7/22 ist der 9/11 der Islamfeinde


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Islamfeinde behaupten gerne, dass sich der Islam zu Islamismus genauso verhält wie der Terror zu Terrorismus. Oder, dass nicht jeder Muslim ein Terrorist sei, dafür aber jeder Terrorist ein Muslim. Aber seit dem 22. Juli kennt die Menschheit den islamfeindlichen Terrorismus.

Am 22. Juli 2011 verübte Anders Breivik einen Terroranschlag auf Utoya und nahm 69 unschuldigen Menschen das Leben. Brutal und eiskalt tötete er wahllos jeden, den er an diesem Tag ins Visier bekam. Breivik berief sich auf Islamhassprediger. Seitdem weiß die Welt, dass sich Konsumenten von islamfeindlichem Gedankengut sehr wohl radikalisieren können. Dieser 22. Juli ist sozusagen der 11. September der Islamfeinde.

Die Islamhassprediger erklären Breivik zum Einzeltäter und distanzieren sich von seiner Handlung. Vor dem 22. Juli wurde landein, landaus behauptet, allein Muslime würden durch Hassprediger radikalisiert. Nach jedem Anschlag eines verrückten muslimischen Einzeltäters mussten sich Muslime rechtfertigen. Seit dem 22. Juli wissen wir, dass sich Islamfeinde ebenso radikalisieren lassen und Radikalisierung nichts mit dem Islam zu tun hat. Menschen mit radikaler Neigung lassen sich von Hasspredigern radikalisieren, egal welche Ideologie diese haben.

Islamfeinde erklären Breivik zum Einzeltäter. Breivik war Mitglied der norwegischen Freimaurer. Der Obermeister der Freimaurer in Norwegen teilte nach Bekanntwerden der Mitgliedschaft von Breivik mit, dass Breivik „mit sofortiger Wirkung“ ausgeschlossen worden sei: „Die Werte, die ihn für diese Tat motiviert haben, sind völlig unvereinbar mit dem, für was wir stehen.“

Die islamfeindlichen Patrioten (PEGIDA) und die AfD haben durch ihr islamfeindliches Gedankengut zahlreiche Terroristen radikalisiert. Die meisten Angriffe auf Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte wurden erst seit den PEGIDA-Märschen und den Verlautbarungen der AfD verübt.

Genauso wie Islamfeinde Muslimen Verlogenheit vorwerfen, wenn sich ein depressiver von der ISIS-Propaganda radikalisieren lässt, trifft nun die Islamfeinde diese Radikalisierung. Überträgt man die Logik der Islamfeinde, müssten nun Freimaurerlogen durchsucht und beobachtet werden. Auch die PEGIDA, die AfD und islamfeindliche Blogs müssten ins Visier von Ermittlern geraten.

Die Islamhassprediger dürfen nicht so leicht davon kommen. Durch ihre Hetze gegen alles Islamische werden ihre depressiven Konsumenten radikalisiert. Die Ur-These der Islamhassprediger lautet: Der Islam ist unfähig zum Frieden. Daraus schlossen Breivik und andere Islamfeinde die letzte Konsequenz. Allein die totale Vernichtung eines solchen Feindes kann Frieden herstellen; präventive Abwehr mit allen Mitteln ist jederzeit das Gebot der Stunde.

Die Islamfeinde geben vor, gegen Extremisten vorzugehen. Dabei verwenden die Islamfeinde dieselben Methoden wie die Extremisten. So sind die Islamfeinde denen, gegen die sie vorgeben vorzugehen, sehr ähnlich.

Islamfeinde in Deutschland haben es sich angeblich zur Aufgabe gemacht, die Islamisten zu bekämpfen. Die Kampfarenen bilden Blogs, Soziale Medien, Videos und Veranstaltungen in Rathäusern. In ihren Beiträgen, Vorträgen und Diskussionen geht es ihnen einzig und allein darum, den Islam und die Muslime zu diffamieren. Die Islamfeinde ähneln in ihrer Art den ISIS-Terroristen. Islamfeinde sprechen häufig wie ISIS-Terroristen, handeln wie ISIS-Terroristen, fluchen und beleidigen wie ISIS-Terroristen, verachten und verhöhnen Heiligkeiten anderer wie ISIS-Terroristen und auch in Sachen Missionierung stehen sie den ISIS-Terroristen in nichts nach. ISIS-Terroristen zu bekämpfen, indem man zum ISIS-Terroristen mutiert, ist nur eine Bestätigung der ISIS-Terroristen und ihrer Art und Weise.

Wer ISIS-Terroristen mit ISIS-Methoden „bekämpft“, zweifelt an den eigenen Methoden. Der wahre Kampf gegen Extremisten sollte sich weniger gegen Extremisten aus muslimischen Kreisen, sondern vielmehr gegen Eigenschaften des Extremismus richten. Überwinden lässt sich der Extremismus nur, wenn man ihm aufgeklärt auf allen Seiten entgegentritt, auch aufseiten der Islamkritik. Die Extremisten mit dem Herzen abzulehnen und ihre Lebensweise nicht nachzuahmen ist ein wahrer Sieg gegen den Extremismus. Die Mittel dürfen dem Ziel nicht widersprechen. Sonst wäre es so, als würde man mit vollem Mund sprechen: „Mit vollem Mund spricht man nicht.“ Oder aus vollem Hals schreien: „Leeeeeeeeeiiiiiiiiisssssssssssseeeeeeeeee!“


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