Behauptungen selbsternannter Islamexperten auf dem Prüfstand: Hamed Abdel-Samad


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Seit undenklichen Zeiten hegen einige böswillige, der Wahrheit feindlich gesinnte Menschen die Absicht, das Licht der islamischen Religion mit ihren Mündern auszulöschen. Dabei bedienen sie sich immer perfiderer Methoden, um ihre falschen Anschuldigungen schamlos in die Öffentlichkeit zu tragen. Sie maßen sich an – ohne jegliche islamische Grundausbildung – Urteile im Namen der Religion und ihrer Anhänger zu publizieren und als repräsentatives Sprachrohr der Muslime aufzutreten. Sie jonglieren mit islamischen Vokabeln, deren Sinngehalt, Essenz und tief dringende Lehre sie nicht im Ansatz verstehen. Wer ihnen zuhört, schenkt ihnen Glauben und hält sie für bewandert. Ihre Unkenntnis bekleiden sie mit rhetorischer Akrobatik und gekünstelter Dramaturgie. Längst überfällig ist die Widerlegung und Aufdeckung ihrer infamen Behauptungen seitens der hiesigen, praktizierenden Muslime.

Die folgende Kampagne stellt die Behauptungen der selbsternannten Islamexperten auf den Prüfstand: Der aufrichtige Leser erhält hinreichende Kenntnis über die unwissenschaftliche Verfahrensweise der in Deutschland umherziehenden Denunzianten. In regelmäßigen Abständen werden geäußerte Thesen der aufgeführten Personen auf ihre Stichhaltigkeit überprüft und ausgewertet. Entsetzt wird der aufrichtige Leser registrieren, mit welcher Kaltblütigkeit die aufgeführten Namen ihre populistischen Mutmaßungen artikulieren, obgleich sie jeglicher faktischen Grundlage entbehren. Neuerdings nennen die Islamkritiker das Problem beim Namen: Die Angriffe richten sich gegen den heiligen Koran – dem Fundament der über 1,5 Milliarden Muslime auf dem Globus. Zu tief sitzt der Splitter der göttlichen Schrift in den Augen der böswilligen Feinde und so bedienen sie sich der geistigen Brandstiftung, um, basierend auf Vermutungen, Islam- und ausländerfeindliche Ressentiments zu schüren und Gruppen unterschiedlicher Religion und Herkunft gegeneinander aufzuwiegeln, um die Erfüllung ihrer machtgierigen Zwecke zu erreichen.

Inzwischen gilt: Wer in Deutschland bundesweit Schlagzeilen machen, mit geringem Aufwand große Erträge einfahren möchte, der stelle einige abstruse Behauptungen auf, kopple sie an Weltuntergangsszenarien und schiebe den seit zwei Generationen friedlich in Deutschland lebenden Muslimen die Schuld in die Schuhe. Die Banker haben es vorgemacht.

Der Islam als Ursache für alle gesellschaftlichen Probleme – zu diesem Resultat gelangt auch der in Ägypten als Sohn eines Imams geborene Hamed Abdel-Samad. Keine Talkshow lässt der tollwütige „Ex-Muslim“ passieren, ohne seine undifferenzierten Pauschalurteile wider die islamische Weltreligion zu verbalisieren. Ein aufgewühlter Politikwissenschaftler, der seit Jahren krampfhaft versucht, der hiesigen Bevölkerung die angeblich drohende Gefahr, die vom Islam und den friedliebenden Muslimen in Deutschland ausgeht, einzutrichtern. Im Folgenden seien einige mündlich geäußerte Thesen aufgelistet, die seitens des glühenden Islamkritikers zügellos in jeder Sendung ertönen. Die aufgeführten Anschuldigungen werden mittels der heiligen Schrift des Korans überprüft. Sekundärquellen werden bewusst außen vor gelassen, um 1. die Transparenz des Aufsatzes zu wahren und die individuell unterschiedlichen Voraussetzungen der Leser zu berücksichtigen und 2. jedem Leser den gleichen Zugang zur Überprüfung der aufgeführten Verse zu ermöglichen. Dem Leser wird gezeigt, wie simpel man die Behauptungen der heutigen Islamkritiker entkräftet. Alle aufgeführten Verse können mit geringem Aufwand autodidaktisch überprüft werden. Zahlreiche Koranübersetzungen unterschiedlicher Autoren stehen dafür auf diversen Plattformen zur Verfügung.

Behauptung: „Der Islam teilt die Welt ein in gläubig und ungläubig.“ [1]

1. Diese unsinnige Behauptung des nicht zu bändigenden Islamhetzers findet in jeder nächtlichen Talkshow Erwähnung, in der Hamed Abdel-Samad leidenschaftlich den Islam zu diffamieren pflegt. Jeder, der sich mit der heiligen Schrift der Muslime auseinandersetzt, wird bereits nach der Rezeption der ersten paar Seiten feststellen, wie viele Menschengruppen mit unterschiedlichen Eigenschaften im Koran erwähnt werden. Der Koran benennt die Unterdrücker und Unterdrückten, die Gerechten und Ungerechten, die Wahrhaftigen, die Aufrichtigen, die Heuchler, die Demütigen, die Hochmütigen, die Sich-Niederbeugenden, die Wissenden, die Reumütigen, die Sitzenden, die Standhaften und Geduldigen usw. Die Liste kann noch weiter fortgesetzt werden. Zu behaupten, dass der Islam lediglich von zwei Menschentypen spricht, ist jeder Realität fern und entspricht eher der Grundhaltung der radikalen Takfiri-Gruppen [2].

2. Der selbsternannte Islamexperte müsste als gebürtiger Araber und Sohn eines ägyptischen Imams indes hinreichend Kenntnis über die verkehrte Übersetzung des Wortes „Kafir“ besitzen. „Kafir“ leitet sich ab von der Wortwurzel „kfr“ [kafara] und beschreibt den Zustand des Bedeckens und Verhüllens. Angesprochen wird der Typ Mensch, der die Wahrheit vorsätzlich zu verbergen pflegt. Logischerweise setzt dieser Zustand die Kenntnis über die vollständige Wahrheit und die darauffolgende Ablehnung voraus. Inwieweit eine Person die o.g. Kriterien erfüllt, erweist sich derweil als äußerst schwierig und stellt eine Entscheidung des allmächtigen Gottes dar, der im Besitz des Verborgenen und Offenkundigen ist, das Innerste des Menschen durchschaut und sich gleichwohl im Vermögen unseres Tuns und Nicht-Tuns manifestiert.

Der Mensch in seinem Wesen ist die beste von Gott hervorgebrachte Schöpfung. An etlichen Stellen im Koran spricht Gott über die ehrbare Stellung derselben, beispielsweise 17:70. Und dennoch gibt es manch einen, der sein gottgegebenes „Menschsein“ missbraucht, sich tierisch und barbarisch verhält, entgegen der Moral handelt und der intakten Gesellschaft mit seinem Fehlverhalten großflächig schadet. Die Distanz zu jenen vernunftlosen Despoten und die dringende Aufforderung, sie zu erkennen und infolgedessen zu bekämpfen, dient letztlich dem Wohl aller gerechtigkeitsliebenden Menschen. Gleichwohl besitzt der Muslim keine Legitimation zur willkürlichen Zu- und Abschreibung von Eigenschaften, noch obliegt ihm die Entscheidung über dessen jenseitigen Aufenthaltsort. Maßgeblich bei Gott ist der Zustand der Herzen. Und wer kennt die Zustände der Herzen besser als ihr Schöpfer? (3:119)

Doch verdient der kreischenden Wanderprediger wahrhaft Lob und Anerkennung. Er schafft es, gleich mehrere Inkonsistenzen in einem Satz zu verpacken und erntet indes große Resonanz bei den islamischen „Modernisten“ und Andersgläubigen, die in Hamed Abdel-Samad den neuen Martin Luther sehen wollen. Derweil erstarren die Muslime vor Ehrfurcht, als wäre er der erste Islamhetzer in der Geschichte, der sich inbrünstig um die Vernichtung des Islams bemüht.

Behauptung: „Der Prophet und seine Gefährten weisen in ihrer Gewalttätigkeit Parallelen zu Hitler und den Nationalsozialisten auf.“ [3]

1. Eine auf Liebe und Erkenntnis basierende Weltanschauung mit einer faschistischen, rechtsradikalen Ideologie zu vergleichen, sprengt den Rahmen der Respektlosigkeit. Um diese unverschämte Behauptung zu stützen, bedient er sich des folgenden Verses: „Muhammad ist der Gesandte Gottes. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind den Ungläubigen gegenüber heftig, gegeneinander aber barmherzig.“ (48:29) Der Islamkritiker will die hiesige Bevölkerung von der scheinbaren Tatsache überzeugen, dass der Prophet Muhammad (s.) und seine Gefährten gegenüber Gleichgesinnten gütig und barmherzig waren, Andersdenkenden gegenüber jedoch gewalttätig und unbarmherzig. Wir haben im ersten Teil bereits dargelegt, dass der Begriff des „Ungläubigen“ unpräzise übersetzt und zu falschen Schlussfolgerungen verleitet.

2. Der blühende Islamkenner lässt ebenso außen vor, dass es für das Verständnis o.g. Verse obligatorisch erscheint, den heiligen Koran als zusammenhängendes Ganzes zu betrachten. Das ist die erste und zugleich banalste Regel, die jeder Koranleser – ob Muslim oder Nichtmuslim – bei der Auseinandersetzung mit der göttlichen Offenbarung zu hören bekommt. Wer den heiligen Koran rezipiert, ohne über die Geschichte seiner Entstehung, die Hintergründe, Bedeutungen der Offenbarungen zu reflektieren – gleich welche Passage er liest – läuft Gefahr, falsche Schlüsse zu ziehen und zu Fehlurteilen zu gelangen. Dessen ist sich Hamed Abdel Samad bewusst; mit Bedacht bedient er sich dieser bei vielen Menschen vorhanden Wissenslücke und reißt die einzelnen Passagen aus ihrem zeitlichen Kontext, ignoriert ihre geschichtlichen Begleitumstände und fungiert in den gleichgeschalteten TV-Sendungen als großer islamischer Fachmann. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass alle sog. „Gewaltverse“ im heiligen Koran der Verteidigung und dem Schutz der Menschenwürde, der Tugend und der Gerechtigkeit dienen. Der Prophet war Reformer und Friedensstifter; er befreite die Menschheit aus den Klauen der Despoten und der geistigen Ausbeutung. Er schuf eine freie Atmosphäre unter dem Banner des Monotheismus, während Gott offenbarte:

„Wenn einer jemanden tötet, jedoch nicht wegen eines Mordes oder weil er auf der Erde Unheil stiftet, so ist es, als hätte er die Menschen alle getötet. Und wenn jemand ihn am Leben erhält, so ist es, als hätte er die Menschen alle am Leben erhalten.“ (5:32)

Der Vers spricht eine klare Sprache und jedwede Erklärung erübrigt sich. Der Prophet, der Koran und 1,5 Milliarden Muslime weltweit sind derselben Auffassung und distanzieren sich von jeder Gewalttätigkeit und Schandtat, die im Namen der Religion begangen wird. Gegenteilig fordert der Koran überdies auf, böse Handlungen der Menschen mit einer guten zu erwidern. Die gute Tat ist der schlechten nicht gleichzustellen. Erwidere die schlechte, die dir geschieht, mit einer guten! So wird derjenige, mit dem eine Feindschaft bestand, zu einem engen Freund (41:34). Inwiefern ruft der Koran zur willkürlichen Gewalt auf, wenn doch der Muslim in der Pflicht steht, schlechte Handlungen mit guten abzuwehren? Werden die o.g. Verse alle beieinander gelegt, wird deutlich: Die im ersten Vers erwähnte Härte richtete sich gegen die Unterdrücker und Feinde der islamischen Religion, eingebettet im historischen Kontext. Jene Menschen hegten, die Religion des Islams gewaltsam auszumerzen, und nutzten dafür alle zur Verfügung stehenden Mittel.

3. Die Tötung von unschuldigen Menschenseelen steht diametral zum Geist aller Weltreligionen, deren Zweck in der Etablierung der Vernunft und Eliminierung der Korruption und Sittenlosigkeit besteht. Die oben angeführten Anschuldigungen entbehren jeder Grundlage und tragen einen rein kommerziellen Charakter. Gestützt und getrieben durch die propagandistischen Medien, die sich um eine Erhöhung der Einschaltquoten bemühen, treibt der verbissene Kritiker weiter durch die Medienlandschaft umher, um seine irrsinnigen Thesen zu propagieren, und bemerkt dabei nicht, wie er terroristischen Gruppen wie dem IS die Marketingarbeit erspart. Die radikalen und islamfremden Behauptungen finden sich in der Ideologie aller sog. „Takfiri“-Gruppen wieder. Doch kommen jene extremistischen Banden, die sich dem Islam zuschreiben, und alle ihnen feindlich Gesinnten der Apostasie bezichtigen, hochgerechnet auf keine drei Prozent der weltweiten Muslime, wenn man sie mit in der Zählung berücksichtigen würde. Eine marginale Gruppe tollwütiger Horden, deren radikales Weltbild mit dem der Muslime so viel zu tun, wie die Verbrechen des Ku-Klux-Klans mit dem des Christentums.

Der Prophet Muhammad (s.) wurde als einzige Gnade für die Menschheit herabgesandt (21:107). Er lebte den Frieden und zog stets die Gnade der Vergeltung vor. Gleichwohl bekämpfte er die Unterdrücker seiner Zeit unabhängig ihrer Abstammung, Religion und sozialen Stellung in der Gesellschaft. Die Aufgabe aller Propheten bestand in der Ausmerzung der Unterdrückung und Korruption zum Wohle der Gesellschaft. Gott tadelt im Koran jene Menschen, die anderen Unrecht zufügen und sie unterjochen, ohne dass Er religiöse oder kulturelle Einschränkungen vornimmt: Eine Möglichkeit (zu belangen) gibt es nur gegen diejenigen, die den Menschen Unrecht zufügen und auf der Erde ohne Recht Gewalttätigkeiten begehen. Für sie wird es schmerzhafte Strafe geben (42: 42). Ist es denkbar, dass Gott im Koran die Unterdrückung verbietet und der Prophet sie legitimiert? Ist es möglich, dass der Überbringer und Verfechter der göttlichen Botschaft entgegen dieser handelt? Hätte man seinen Worten Vertrauen entgegengebracht, wenn er als Prophet wider die göttliche Lehre agiert? Die angeführten Fragen zeigen dem Leser die widersprüchliche Beschaffenheit der Behauptungen des Kritikers.

Behauptung: „Der Islam ist eine faschistische Ideologie, welche die Weltherrschaft an sich reißen möchte.“ [4]

1. Spätestens bei dieser blödsinnigen Behauptung erkennt der Leser die Unfähigkeit des Kritikers, sich ernsthaft mit der Lehre des Islams auseinanderzusetzen. Sie verdient es, aufgrund ihrer Absurdität, eigentlich nicht behandelt zu werden. Es fallen beweislose Behauptungen in scheinseriösen Talkshows, deren Widersinnigkeit selbst der letze BILD-Leser intellektuell durchleuchtet. Etliche Passagen im heiligen Koran belegen die Religionsfreiheit und Pluralität als feste Elemente der islamischen Lehre. Verzweifelt versuchen die selbsternannten Islamkenner und Neo-Kritiker die eindeutigen Verse der koranischen Schrift mit ominösen Methoden umzudeuten. Wenn es im Koran heißt: „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ (2:256) versuchen die schrillenden Mediengeier willkürlich zwischen medinensischen und mekkanischen Suren zu trennen, um die Allgemeingültigkeit des o.g. Verses auf die Zeit in Mekka oder Medina zu beschränken. Friedliche Verse, von denen es etliche im Koran gibt, bezögen sich ausschließlich auf die Zeit des Propheten. Die sog. „Gewaltverse“ haben jedoch allgemeine Gültigkeit, so die Gegner. Nach welchen Kriterien die Kritiker zu diesen Schlüssen gelangen, bleibt dem Leser ein Rätsel. Es wird mit zweierlei Maß gemessen, als käme ihnen die Entscheidungshoheit über die heiligen Verse im Koran zu. Die Rhetorik des Propheten Muhammad (s.) sei in Mekka eine andere gewesen als in Medina. Mit der Expansion ließ der Prophet seine Maske fallen und offenbarte den Menschen sein wahres Gesicht – das Gesicht des Krieges und des Terrors, so seine Gegner [5].

Eine Anschuldigung nach der anderen, die den deutschen Bürger in Angst und Schrecken versetzen. Zu oft schon haben die Muslime in den letzten Jahrzehnten Terrorakte gegen unschuldige Zivilisten auf deutschem Boden verübt. Man bestaune nur mal die Statistiken der religiös motivierten Anschläge in deutschen Städten! Doch kehren wir zum Propheten zurück. Auch der Koran bestätigt die Milde und Sanftmütigkeit des Propheten (3:159). Ständige Aggressionen und Gewalt brachte man ihm und seinen Gefährten entgegen. Er lud die Menschen ein zum Dialog und Gedankenaustausch, entsprechend den Anweisungen des Korans (16:125). Gleichzeitig lebten unter islamischer Herrschaft viele Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit. Wie ist dieses Phänomen zu erklären, wenn die Religion des Islam die totale Ausrottung anderer Denkrichtungen verordnet? Und inwiefern hat es für die Zeitlosigkeit o.g. Passagen eine Relevanz, ob sich ihre Offenbarung in Mekka oder Medina vollzog? Welche koranischen Verse einen allgemeinen oder kontextualisierten Charakter aufweisen, obliegt nach wie vor den weisen Gelehrten, die sich jahrzehntelang um das tiefe Verständnis der koranischen Passagen befleißigen und weniger einem Englisch-Studenten, der den Islam als Marktlücke für sich entdeckte und glaubt, seine undifferenzierten Thesen in alle Öffentlichkeit posaunen zu müssen.

2. Der religiöse Pluralismus war in der Geschichte stets Teil der islamischen Kultur. Jeglicher Dogmatismus und Denkverbote widerspricht der islamischen Doktrin von der wesensbedingten Freiheit des Menschen. Unmissverständlich heißt es im Koran: „So verkünde frohe Botschaft Meinen Dienern, die auf das Wort hören und dann dem Besten davon folgen“ (39:17-18). Der Vers betont die Meinungsverschiedenheit und die dringliche Aufforderung zum Dialog.

Weiter heißt es: Sprich: „O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem Wort, das gleich ist zwischen uns und euch: dass wir Gott allein dienen, neben Ihm niemanden anbeten und dass nicht die einen von uns die anderen anstelle Gottes für ihre Herren halten! Doch wenn sie sich abkehren, dann sprecht: ‚Bezeugt, dass wir uns Gott ergeben haben‘“ (5:18). Besonders interessant scheint neben dem dringlichen Aufruf zum Dialog der letzte Teil des Verses. Wenn die Andersdenkenden sich abkehren, den Dialog verweigern oder anderer Auffassung sind, so geht letztlich jeder seines Weges. Euch eure Religion und mir meine Religion (109:6). Im „Koran der Weltherrschaft“ von Hamed Abdel-Samad – ein außergewöhnliches Unikat – sind solche Verse nicht enthalten. Schließlich rufen sie auf zum Dialog und Frieden. Es bleibt dem Leser ein Mysterium inwiefern die o.g. Passagen, von denen sich im Koran etliche befinden, zur Weltherrschaft aufrufen; ein nicht zu entschlüsselndes Geheimnis, das offensichtlich nur Hamed Abdel-Samad kennt. Es überrascht jedoch wenig, wenn Menschen wie Herr Samad, ein Michael Stürzenberger oder eine Necla Kelek die Religion zugunsten ihrer gesellschaftlichen Positionen hartnäckig diffamieren; drei (von vielen) selbsternannten Islamexperten, die mit ihren bösen Anschuldigungen vorbildhaft ihre maßlose Inkompetenz in allen islamischen Disziplinen unter Beweis stellen.

Fazit

Enttäuscht stellt der Leser letztlich fest, wie die oben angeführten Behauptungen bei genauerer Untersuchung jedweder Logik entbehren. Sie bröckeln und fallen bei kurzer Reflexion wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Dabei erscheint es irrelevant, ob der geistlose Kritiker seine substanzlosen Anschuldigungen in mündlicher oder schriftlicher Form äußert. Sie verblassen im Angesicht des Beweises und der Allgewalt der göttlichen Offenbarungen. Es bleibt abzuwarten, mit welchen diabolischen Anschuldigungen die Muslime in Zukunft konfrontiert werden. Wichtig bleibt, dass wir Muslime im Rahmen unseres Kenntnisstands reagieren und uns von den akademischen Graden der Scheinexperten nicht ehrfurchtsvoll zu beugen brauchen. So blieb einst nicht mal der große Lehrmeister Platon von der Kritik seines Schülers Aristoteles verschont, obgleich er ihn in seinen Schriften mit dem Namen „göttlicher Platon“ betitelte. Auf die Frage der Kritik entgegnete er: „Die Wahrheit ist aufrichtiger als Platon.“ Die Wahrheit steht über ihren verliehenen Titeln und gesellschaftlichen Graden. Sie beugt sich nicht ihren niederen Interessen und falschen Intentionen. Sie ist erhabener.

Nein, Wir schleudern die Wahrheit gegen das Falsche, und sie zerschmettert ihm das Haupt, und siehe da, es schwindet dahin. Und wehe euch wegen dessen, was ihr da aussagt!

(21:18)



Quellenangaben

Titelbild: Von Freud – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=29258871

[1] https://www.youtube.com/watch?v=IDzxerELBKc (28.06.2012)
[2] „Takfirismus“ bezeichnet die Ideologie, die andersdenkende Menschen für ungläubig und vogelfrei erklärt.
[3] https://www.youtube.com/watch?v=-BaUqEqnW9o (14.09.2014)
[4] https://www.youtube.com/watch?v=eRNgV1kPQUAl  (22.10.2014)
[5] https://www.youtube.com/watch?v=ArGry35CpwI (22.10.2014)


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