Das verbitterte Zuckerfest


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Die Sonne lacht, aber der Wind ist auch zu spüren. Diese Kombination ist wunderbar für einen Spaziergang geeignet. Das feuchte Gras liegt unter meinen Füßen, und vor meinen Augen sind nur Blumen. Ich atme den Duft unzähliger Blumen einmal tief ein. „Subhanallah“, muss ich sofort sagen, aus Freude. Ich setze mich kurz hin, ganz nah bei den Blumen. Ich möchte diese herrliche Atmosphäre genießen, ich schließe meine Augen. Plötzlich höre ich ein gruselig lautes Geräusch von Raketen und Bomben. Sofort öffne ich meine Augen und mein Herz bebt. Meine Augen sind vor Angst weit aufgerissen, als würden sie aus ihren Höhlen fallen wollen. Ich schaue nach links und rechts, nach vorne und hinten wie eine Verrückte. Wo bin ich nur? Da sind Blumen, aber nicht wie zuvor. Stattdessen sehe ich eine Frau, wie sie Wasser in ganz viele Hülsen gießt. Hülsen von abgefeuerten Geschossen. In ihnen hat sie Blumen eingepflanzt. Sie schaut mich an und lächelt, aber sie hat ein trauriges Lächeln. So viele Geschosshülsen. Ich traue meinen Augen nicht, wo ist dieser schöne Garten mit den unzähligen Blumen? Mein Verstand hilft mir nicht. Ich verstehe nicht. Ich renne zu meinem Auto und fahre in die Innenstadt. Enge Wohngebiete. Aber sauber und überall sind freundliche Menschen zu sehen. Kinder, ganz viele Kinder. Sie spielen und rennen hin und her. Bei diesem Anblick beruhigt sich mein Herz. Mein Körper hört auf zu zittern. Ich atme tief auf.

Genau in diesem Moment regnet es Feuer vom Himmel und ein Erdbeben lässt die Erde erzittern. So hört es sich an, aber es ist kein Feuerregen und kein Erdbeben, im Himmel fliegen Jets und bombardieren. Ich sehe, wie das ganze Wohngebiet zu zerstäubter Asche wird. Ich kann mich weder bewegen, noch etwas anderes tun. Ich höre nur noch das Geschrei und das Weinen und wie die Menschen „Allahu Akbar“ rufen. Die ganzen Kinder liegen unter der Asche. Im Rauch und der Asche sehe ich nur Leichen von Kindern und herumlaufende Menschen mit halb verbluteten Körpern in den Armen. Einige wenige Krankenwagen. Ich möchte auch helfen. Ich renne zur Menschenmenge, sehe eine schwangere Frau. Sie rennt in meine Richtung. Plötzlich sehe ich, wie sie fällt, und in ihrem Bauch klafft Loch durch einen Schuss, der sie von hinten trifft. Ich sehe hinter ihr Soldaten und dann kommen ganz viele Soldaten und Panzer. Sie kommen wie Kakerlaken, immer mehr und mehr. Ich sehe, wie sie Kinder jagen, die mit Steinen auf die Panzer werfen. Jetzt töten sie auch die Überlebenden. Ich fühle Wut in mir, ich verstehe nicht, warum diese Soldaten diese unschuldigen Menschen hier töten, warum es vom Himmel Feuer regnet. Ein Schuss streift brennend meinen Arm. Er fängt an zu bluten. Ich muss ins Krankenhaus, setze mich wieder ins Auto und fahre, viel mehr rase in das nah gelegene Krankenhaus.

Nach fünf Minuten bin ich da. Vor mir steht das Krankenhaus. Ich möchte es betreten, doch plötzlich regnet es wieder Feuer vom Himmel und das ganze Krankenhaus bricht zusammen. Ich höre mich selbst schreien: „Nein! Nein! Bitte Gott, wie kann das passieren? Was ist los in meiner Stadt? Das kann doch nicht wahr sein!“ Überall regnet es Feuer. Überall zerbombte Häuser. Das Krankenhaus: Schutt und Asche. Der Himmel ist schwarz vom dichten Rauch. Ich kann kaum atmen. Überall riecht es nur nach Blut. Mir wird schwindelig, ich falle, doch eine Hand hält mich fest. Ich öffne meine Augen und sehe ein 16-jähriges Kind, es hält meine Hand fest, damit ich nicht falle. Ich sehe es an und meine Augen füllen sich mit Tränen. Ich möchte fragen: „Was passiert in unserer Stadt? Warum sehe ich nur so etwas grauenvolles?“, und öffne meinen Mund, aber sofort lasse ich seine Hand los, weil ich die Hitze nicht ertragen kann. Es ist die Hitze des Feuers, in dem das Kind vor meinen Augen von den Soldaten lebendig verbrannt wird. Der Schmerz sticht mir heftig ins Herz, ich kann das nicht mit ansehen. Ich suche nach Wasser, damit ich dieses Feuer löschen kann, aber bevor ich etwas tun kann, hat das Feuer diesen jungen Mann vor meinen Augen ausgelöscht. Ich sehe, wie die Soldaten lachen. Ich sehe, wie sie auf mich zukommen mit ihren Gewehren. Ich renne zu meinem Auto, es ist noch fahrtüchtig. Ich steige ein und fahre so schnell wie möglich aus der Stadt in Richtung des Meeres. Ich steige aus und renne zum Strand. Ich brauche Ruhe, um zu verstehen, was gerade passiert ist, und warum es passiert ist, in was für einer Hölle ich gelandet bin. Das ist doch nicht meine Stadt! Welcher Ort ist das denn dann? Mein Verstand setzt aus, er ist wie paralysiert.

Ich setze mich auf den Sand und blicke ins Meer. Etwas berührt meinen Fuß, ich schaue hin. Es ist ein Fußball. Ich nehme ihn in die Hand und als ich nach oben schaue, steht vor mir ein 9-jähriges Kind und fragt nach seinem Fußball. Endlich sehe ich ein Zeichen von Leben. Ich gebe ihm den Fußball und streichle sein Haar. Er lächelt mich an, doch sein Lächeln ist sehr traurig. Er läuft mit dem Fußball weg und ich sehe, wie drei weitere Jungs auf ihn warten. Die vier spielen Fußball. Plötzlich fällt eine Art brennender Stein mit einer heftigen Wucht neben sie auf den Boden. Ich bin erschüttert und erschrocken. Ich schreie: „Stopp, stopp! Bitte stopp! Bitte jagt nicht diese Engel mit eurem Feuer! Hört auf!“ Ich schreie und schreie und renne zu den vier Jungs. Alle vier laufen weg, sie laufen und laufen und ich sehe, wie ein weiterer Feuerstein alle vier Jungen trifft. Ihre Körper werden zerfetzt und durch die Luft geschleudert. Als ich bei ihnen ankomme, sehe ich nur noch diese zerstörten Blumen verteilt auf dem Boden. Überall ist Blut. So viel Blut. Als flösse ein Meer aus Blut aus ihren geschundenen Körpern. Mein Blick ist wie versteinert, mein Herz ist stehengeblieben. Doch dann wird mein Herz durch einen Wutblitz, der durch meinen Körper fährt, wiederbelebt. Ich schaue hoch in den Himmel zu diesen Kampfjets und schreie mit meiner ganzen Kraft: „Warum habt ihr diese Engel getötet? Ihr verdammten Mörder! Warum habt ihr diese Lebenszeichen umgebracht? Warum lasst ihr Feuer regnen und zerstört alles? Ihr seid Monster! Was macht ihr in meiner Stadt mit diesen unschuldigen Menschen?“ Ich schreie, bis meine Stimme versagt. Ich falle zu Boden und sitze im Blutmeer. Meine Hände, meine Kleidung, alles ist mit unschuldigem Blut überströmt. „Nein, das kann nicht wahr sein! Das ist nicht meine Stadt! Wo bin ich?“, höre ich mich selbst reden. Wut, Angst und Schmerzen überfallen mich. „O Gott, wo bin ich? Welcher Ort ist das, mit so viel Leid?“ Ich bekomme keine Antwort. Mein Herz ertrinkt in diesem Leid. Alles wird dunkel vor meinen Augen und ich falle fast in eine Ohnmacht. Nur noch diese Frage ist auf meinen Lippen: „Wo bin ich? Wo bin ich?“ Plötzlich fängt mein Herz an zu rasen, es schlägt so sehr, dass ich es in jedem einzelnen Teil meines Körpers, in jeder einzelnen Faser spüre. Mein Herz schlägt und antwortet auf meine Frage, wo ich bin. Mit jedem Herzschlag kommt die Antwort: „Gaza, Gaza, Gaza, Gaza …“

Mit einem lauten Schrei erwachte ich. Ich war schweißgebadet, meine Kleidung klebte am Körper. Mein Herz war außer Kontrolle und die Tränen flossen meine Wangen nur so herunter. Ich hörte mich wiederholen: „Gaza, Gaza, Gaza, Gaza …“ Plötzlich wischten zwei kleine Händchen meine Tränen fort und ein kleiner Engel umarmte mich und fragte: „Mama, hast du einen bösen Traum gesehen?“ Ich hielt meinen vierjährigen Sohn ganz fest und sagte: „Ja, mein Schatz“, und Tränen liefen wie ein Reißstrom aus meinen Augen, mein Herz schmerzte, weil ich innerlich wusste, dass dies kein Traum, sondern die bittere Realität war. Mein Sohn tröstete mich in seiner kindlichen, unschuldigen Sprache: „Mama, keine Angst, Gott ist mit uns. Mama, weine nicht, heute ist ja Zuckerfest. Ich möchte dir als erster was schenken zum Zuckerfest!“ Dann küsste er meine Wangen und gab mir eine Blume. Vor meinen Augen sah ich dieses Blumenfeld in den Geschosshülsen. Ich umarmte ihn wieder und versuchte mich zu beruhigen.

Überall im Zimmer lagen verpackte Kartons mit Hilfsgütern, die ich und mein Mann vor zwei Tagen für unsere Geschwister in Palästina, Syrien und Irak verpackt hatten. Ich dankte Muhammad für das Geschenk und küsste ihn auf seine Wangen und er wischte sofort seine Wangen ab; er war sehr pingelig, was Hygiene betraf. Ich betrachtete meinen hübschen Sohn. Mit seinen leuchtenden, braunen Augen sah er seinem Papa sehr ähnlich. „Was möchtest du als Geschenk haben?“, fragte ich ihn.
Blitzschnell antwortete er mit seinen aufgeweckten Augen: „Einen Fußball!“, wie viele andere Jungs liebte er Fußball.
Ich spürte, wie mein Herz schmerzte. Vor meinem inneren Auge sah ich, wie vier kleine Fußballer in ihrem eigenen Blut ertranken. Wieder flossen die Tränen aus meinen Augen und mein Herz blutete. Muhammad war besorgt und fragte vorsichtig: „Mami, bist du traurig wegen dem Fußball? Versprochen, ich werde nicht zu viel damit spielen.“ Er war jetzt auch traurig.
Ich wischte meine Tränen fort und sagte: „Nein, mein Schatz, ich bin nicht traurig wegen dem Fußball. Ich bin traurig, weil ganz viele kleine Jungs wie du kein Fußball spielen können, weil sie keinen Fußball besitzen und sich auch keinen leisten können.“
Da schaute er mich an und sagte aufgeregt: „Mami, dann können wir ihnen doch einen Fußball schenken! Kaufst du mir zwei Fußbälle? Einen für mich und einen verschenke ich!“
Diese Idee meines Sohnes zauberte ein kleines Lächeln auf meine Lippen. „In Ordnung, mein kleiner Ronaldo“, sagte ich zu ihm, und er war sehr stolz auf diese Bezeichnung.

„Wo ist Sukaina?“, fragte ich meinen Sohn nach meiner 9-jährigen Tochter.
„Sie ist in ihrem Zimmer“, antwortete er.
Ich war verwundert, denn sie war sonst jedes Jahr als erste wach am Zuckerfest. Sie liebte dieses Fest. Sukaina war ein sehr intelligentes und sensibles Mädchen mit einem Herzen voller Mitgefühl. Seitdem wir von der Demonstration zum Qudstag zurückgekommen waren, war sie sehr traurig geworden. Dort hatte sie die ganzen Bilder und Plakate gesehen. Sie hatte uns auch beim Einpacken der Hilfsgüter geholfen und war sehr besorgt, dass sie den Kindern in Gaza nicht noch mehr helfen konnte.

Ich stand auf und ging zu ihr ins Zimmer. Sie war wach, aber saß an ihrem Schreibtisch und malte etwas. Über ihre Schulter blickte ich auf ihr Blatt. Es war ein Bild von einem Panzer, dem ein Kind mit einem Stein in der Hand gegenüberstand. Es erinnerte mich wieder an meinen wahren Traum. Ich schluckte meine Tränen herunter, umarmte mein Mädchen und gratulierte ihr zum Zuckerfest. Sie drehte sich zu mir um, sagte: „Danke!“, und umarmte mich fest. Ich wusste, dass sie jetzt weinte.
Ich fragte sie sanft: „Warum weinst du, Liebling?“
Sie antwortete traurig: „Mami, das Zuckerfest ist kein Zuckerfest mehr, es ist so bitter geworden. So viele Kinder sind in Gaza gestorben und auch im Irak und in Syrien. Mama, ich hab gehört, dass in Gaza jede Stunde ein Kind stirbt. Wie können sie denn dann das Fest feiern? Sie haben kein süßes Zuckerfest. Ihr Zuckerfest haben diese bösen Soldaten von Israel bitter gemacht. Und ich kann ihnen nicht helfen! Ich kann nichts tun für sie!“ Sie schluchzte und ich fühlte, als ob jemand mein Herz in seiner Hand zermalmen würde.
Ich umarmte sie fest. Auch ich wollte weinen, viel und laut weinen. Aber ich konnte nicht einfach nur weinen, denn ich war eine Mutter und musste für meine Kinder immer da sein und auch ihre Emotionen in eine konstruktive Richtung leiten. Deshalb versuchte ich, mich zu beruhigen. Dann nahm ich Sukainas Gesicht in meine Hände, küsste ihre Stirn und wischte ihr die Tränen von den Wangen: „Mein Liebes“, sprach ich, „auch wenn wir so weit entfernt sind, trotzdem fühlen wir mit unseren Geschwistern in Palästina, Syrien, Irak und all den anderen Ländern, in denen sie unterdrückt werden mit. Es gibt vieles, was wir tun können für unsere Geschwister. Beispielsweise können wir demonstrieren und zionistische Produkte boykottieren. Und ganz wichtig ist, dass wir ihre Stimme werden hier in unseren Ländern. In Deutschland müssen wir die Menschen aufklären und ihnen berichten, was in der Welt passiert.“
„Aber Mama, was können wir überhaupt machen?“, traurig schaute sie mir in die Augen.
Ich überlegte und mit einem Lächeln auf den Lippen erzählte ich Sukaina meine Idee.
Ihre Augen fingen an, wie Sterne zu leuchten. Sie sagte sehr aufgeregt: „Tolle Idee, Mama. Wie bist du nur auf diese geniale Idee gekommen?“, fragte sie neugierig.
„Kinder und ihre unschuldigen Fragen“, dachte ich nur und lächelte.
„Also, ich habe wie eine Mutter überlegt. Und was macht eine Mutter am Zuckerfest, außer etwas Süßes für ihre Geliebten vorzubereiten? Besonders Kinder mögen ja Süßigkeiten zum Zuckerfest, wie ihr beide auch. Deshalb gehen wir gleich in die Küche und machen zusammen einen leckeren Pudding, in Desertbechern. Und mit jedem Desertbecher verteilen wir eine Botschaft. Wir widmen den getöteten Kindern in Gaza, Irak und Syrien die Desertbecher und verteilen sie an die Menschen“, antwortete ich.
„Und was macht Muhammad?“, sie wollte ihn unbedingt an der Aktion beteiligen. „Er ist doch klein und kann noch nicht kochen“, fragte sie besorgt.
„Muhammad wird das machen, was Kinder in seinem Alter eben so machen, nämlich spielen. Aber dieses Mal spielen sie für die verstorbenen kleinen Fußballer am Strand von Gaza“, antwortete ich mit einem traurigen Herzen.
„Wie funktioniert das denn Mama?“, fragte Sukaina wieder.
„Ich habe mir überlegt, ein kleines Fußballturnier für jüngere Kinder zu organisieren mit anderen Eltern zusammen. Jedes Team zahlt eine Teilnahmegebühr. Am Ende bekommt der Gewinner ein schönes Plakat geschenkt, und der zusammengekommene Geldbetrag wird von den kleinen Fußballern an Gaza gespendet. Wir können auch Fußbälle, beschrieben mit Botschaften, an betroffene Kinder in Kriegsgebieten spenden.“
Als meine Tochter das hörte, umarmte sie mich voller Freude und rief: „Ich liebe dich Mami, du bist die beste Mama der Welt.“
„Ich liebe euch auch, ihr seid auch die besten Kinder. Komm jetzt, wir erzählen Muhammad unsere Idee. Gleich kommt Papa, lass und davor unseren Pudding vorbereiten.“
Wir bereiteten den Pudding mit ganz viel Liebe vor. Während wir kochten, legte Sukaina ihre Lieblings-CD ein und es erklang das Lied „We Will Not Go Down“ von Micheal Heart. Als wir fertig waren, bereitete ich Texte mit passenden Infos vor. Wir druckten eine Liste mit den Namen der getöteten Kinder aus. Wir wollten jeden Becher einem Kind widmen. Während ich die Botschaftszettel vorbereitete, dekorierten meine beiden Helden jeden Becher mit einer Spezialtechnik. Ich schaute ihnen voller Stolz über meinen Laptop hinweg zu. Meine Augen füllten sich wieder mit Tränen, denn während all dieser Arbeit starben weitere Kinder. Ich versuchte mich, auf meine Arbeit zu konzentrieren. Auch für die Märtyrer vom Qudstag in Nigeria wollte ich noch Infoblätter vorbereiten.

Die Kinder hatten die Becher so dekoriert, dass manche Becher wie eine Palästinaflagge, manche wie die irakische und syrische Flagge aussahen. Und Muhammad hatte manche auch in den Farben der Deutschlandflagge dekoriert. Sukaina dekorierte gerade einige der Becher in grün-weiß, den Farben der nigerianischen Flagge. Wir klebten an jeden Becher das passende Infoblatt und ein rotes Band zierte ihn dekorativ. Dazu bastelte Sukaina kleine Boykottkärtchen mit einer Liste zionistischer Produkte, die sie den Bechern beifügte. Wir machten so viele, wie wir schafften. Sukaina rief noch einige Freundinnen an und lud sie ein, um mit ihnen bis zum Nachmittag ganz viele weitere Becher fertigzumachen. Sie wollte sie dann später mit ihrem Papa zusammen verteilen.
Es war Gebetszeit. Sukaina hatte auch gebetet und für alle leidenden Kinder ein Bittgebet gesprochen. Nun fertigte sie weitere Becher mit ihren Freundinnen an. Ich saß auf dem Gebetsteppich und beobachtete, wie alle Mädchen sehr aufgeregt, aber voller Konzentration Becher um Becher fertigstellten. Ihren Gesichtern war anzusehen, dass sie ihre Aufgabe ernst nahmen und davon überzeugt waren, etwas sehr Wertvolles zu tun.

Ich hob meine Hände zum Bittgebet und schloss meine Augen. Der wahre Traum zeichnete sich wieder vor meinem inneren Auge ab. Tränen flossen meine Wangen herunter und ich wünschte, dass sie das Feuer löschen könnten. Ich flehte den Allmächtigen, Barmherzigen an:

„Lieber Gott, bitte hilf den Unterdrückten. Bitte hilf denen, deren Zuckerfest von den Zionisten verbittert wurde, die aber trotzdem das Eid-Gebet verrichten und sich bei Dir bedanken für Deine Einladung im Monat der Gnade. Diese Menschen gehören wirklich zu den Dankbaren. Sie haben unter Krieg gelitten, trotzdem fasten sie. Ihre Kinder sterben, ihre Häuser sind zerbombt, trotzdem sind sie wahrhaftig auf Deinem Weg. O Allah, weil sie ihr ganzes Vertrauen nur in Dich legen, o Allmächtiger.
Lieber Gott, hilf uns auch und gib uns Kraft, sodass wir gegen jegliche Unterdrückung aufstehen und immer auf der Seite der Unterdrückten stehen mögen.
Amin!“


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