Der Amerikaner in dir: Woran du ihn erkennst


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Den Begriff „American Way of Life“ hat man schon oft gehört, auch wenn man noch nie in die USA gereist ist. Der „American Way of Life“ ist eine Lebensweise, die sich weltweit findet und sich in kurzer Zeit ausgebreitet hat. Nicht nur die Schnellrestaurant-Ketten oder das dunkle zuckerhaltige Getränk sind überall präsent, sondern auch die Denkweise des „American Way of Life“.

Absoluter Individualismus

Der „American Way of Life“ ist geprägt vom absoluten Individualismus. Absoluter Individualismus ist im Grunde eine Art des Egoismus. Das einzelne Individuum steht im Mittelpunkt und ist nur für sich selbst verantwortlich. Es muss keine Verantwortung im gesellschaftlichen Leben übernehmen, denn dies würde ein Hindernis für ihn darstellen auf dem Weg zum größtmöglichen individuellen Glück. Rücksicht auf Mitmenschen ist in diesem Konzept nicht vorgesehen. Konkurrenzkampf, Ellenbogengesellschaft, Verantwortungslosigkeit, Egoismus – das sind die Kernelemente auf dem Weg zum „Pursuit of Happiness“.

Materialismus

Das sogenannte „Pursuit of Happiness“, welches uns als Streben nach Glück bekannt ist, sieht das Glück und Heil nur im Diesseits. Ein Jenseits, Verantwortung vor Gott spielen keine Rolle. „Jeder ist seines Glückes Schmied“, heißt es. In diesem Sinne ist dieser Lebensstil absolut materialistisch. Das Lebensglück wird hauptsächlich in materiellen Werten gesehen und auch immaterielle Werte versucht man materialistisch auszuschlachten um z.B. seine Glaubwürdigkeit zu steigern oder sich einen besseren Ruf bei seinen Menschen zu erarbeiten.
Es gibt noch weitere Merkmale dieses „American Way of Life“, welche wir jetzt nicht zu erwähnen brauchen.

Einfluss auf unseren Lebensstil

Wie eingangs schon gesagt, finden wir den „American Way of Life“ oftmals in unserem Lebensstil wieder. Dass wir oft vor amerikanischen Serien und Filmen sitzen, amerikanische Konsumartikel konsumieren, gerne Fast Food verzehren oder amerikanische Musik hören, sind nur Kleinigkeiten und Randerscheinungen. Vielmehr hat sich diese Kultur so sehr verbreitet, dass Menschen diese als ihre eigene selbstverständliche Kultur ansehen, zum Beispiel Rap-Musik: Dieser Musikstil aus den USA kommt überall zum Vorschein. Überall auf der Welt, in jedem Land gibt es junge Menschen, die Rap-Musik produzieren, singen und dies in allen Sprachen. Frauenverachtung, Gewaltverherrlichung findet man in fast jedem Rap-Song. Es gibt auch muslimische Rapper, die ihren Protest mit den Mitteln der Rap-Musik zu Sprache bringen versuchen, und dabei vergessen, was eigentlich diese Musik prägt: Gewalt, Frauenverachtung und vor allem Hoffnungslosigkeit.

Ein anderes Beispiel ist Halloween: Eine Kultur, die ihren Ursprung zwar in Europa hat, in den USA aber pervertiert und schließlich in alle Welt versandt wurde. Gruselige Verkleidungen, Belästigung von Menschen, Verschwendung von Eiern und Kürbissen etc., all dies hat sich sehr weit verbreitet. Zudem verdrängt es einen christlichen Feiertag, was viele junge Menschen nicht wissen dürften. Witzig ist, dass zu Halloween mehr und mehr muslimische Familien beobachtet werden können, die ihre Kinder geschminkt zum Süßigkeitensammeln losschicken und in den sozialen Netzwerken stolz die Beute ihrer Kinder präsentieren.
Es gibt noch etliche Dinge, die unser Denken und Handeln prägen, zum Beispiel die kapitalistische Konsumkultur.

Demut und Bescheidenheit sind wichtige Tugenden, sowohl der deutschen als auch islamischen Kultur. Ein bescheidenes Leben zu führen, ohne in der Gesellschaft aufzufallen und trotz allen Reichtums demütig zu bleiben, sind Tugenden, die auch der normale Menschenverstand gutheißt. Im „American Way of Life“ sind Demut und Bescheidenheit jedoch nicht vorgesehen. Jeder darf tun und lassen, was er will, und die Gesellschaft spielt keine Rolle. Die Zurschaustellung seines Besitzes gehört hierzu, denn zur kapitalistischen Konsum-Logik gehört es, das „hart Erarbeitete“ seinen Menschen exzessiv zu zeigen und damit zu tun, was man will. Dass Reichtum und Eigentum eine Verantwortung mit sich bringen, ist dem Kapitalismus fremd. Zudem sei die öffentliche Präsentationen seines Reichtums gut, denn es sporne die Menschen an „noch härter“ zu arbeiten.

Wenn wir uns mal unsere Gesellschaft anschauen, dann sehen wir, dass die Menschen mit dem meisten Besitz die „wertvollsten“ sind, die, die es geschafft haben. Je mehr ich besitze, desto größer ist das gesellschaftliche Ansehen. Hat man eine (schöne) Frau und Kind, ein Auto und ein Haus, gilt man als erfolgreich, denn inzwischen sind auch Frau und Kind zu Besitztümern des Mannes degradiert worden. Der Wert eines Menschen wird an seinen materiellen Erfolgen gemessen.

Schönheitswahn, Luxuswahn, Materialismus, Individualismus, Egozentrismus, Verantwortungslosigkeit, Schamlosigkeit, Protzigkeit etc. sind alles Punkte, die wir in unserem Leben immer wieder vorfinden.

Islamic Way of Life

Islamische Lebensweise, Islamische Kultur, Islamische Lebenskultur – das ist der Anspruch von vielen Muslimen weltweit. Fragt man jeden Einzelnen, was er darüber denkt, so antwortet er immer mit: Ja, das ist gut, das ist unsere Lebensweise usw. Fragt man, was darunter zu verstehen ist, dann sind die Antworten ungenauer, schwammiger. Sieht man sich dann den Lebensstil dieser Person an, dann wundert man sich, wie wenig davon zu erkennen ist. Islamisch zu leben und zu handeln ist eine Art Freizeitbeschäftigung geworden, welcher man nur dann nachgeht, wenn man sein Gewissen beruhigen möchte und einen Ausweg sucht. Die restliche Zeit wird jede menschliche Logik ausgeschaltet und man lebt kapitalistisch und konsumorientiert.

Die Kunst ist es, seinen eigenen Lebensstil zu reflektieren, zu überdenken und diesen dann mit der Islamischen Kultur zu vergleichen. Im letzten Schritt muss dann das genommen werden, was das Herz und der Verstand bestätigen.

Wie viel Islamische Lebensweise und Lebenskultur steckt in deinem Lebensstil?


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