Der Infostand in Oldenburg zum Brief des Imam


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Oldenburg, 21. Februar 2015. Es war ein regnerischer Samstag, als Muslime aus Delmenhorst und Oldenburg sich in der oldenburger Innenstadt getroffen haben, um von 10 bis 17 Uhr den Brief des größten Islamischen Gelehrten (für Schiiten und auch für immer mehr Sunniten) an die Mitbürger zu verteilen. Die Temperatur, um die 3-4°C, schien den Aktivisten zunächst nicht in die Hände zu spielen, doch trotz der Kälte und einiger Windböen, besonders am Vormittag, konnten insgesamt 870 Briefe verteilt werden. Diese waren einzeln in Briefumschlägen verpackt und mit der Aufschrift „Ein Brief für Dich – #Letter4U“ versehen. Der Infostand selbst bestand aus einem Tisch mit einem großen Plakat (s. Foto), kleinen Süßigkeiten und Rosen, denen eine Botschaft aus dem Brief Imam Chamene’is angehängt war. Diese Rosen kamen überwiegend bei den passierenden Damen und Mädchen gut an. Es gab aber auch einen Herrn, der nach einer kurzen positiven Bemerkung über die Aktion und den Stand einen Brief und eine Rose für seine Frau mitnahm.

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Solche und andere positive Reaktionen konnten die muslimischen Aktivisten bestärken. So äußerten besonders viele der älteren Mitbürger (50+), dass sie sich sowieso nicht von den Medien Angst vor dem Islam machen lassen würden. Andere fragten, was dieser Stand bezwecken möchte, waren beeindruckt und wollten sich den Brief auf jeden Fall durchlesen. Auch mit sich zum Christentum bekennenden Mitbürgern konnten in Gesprächen die Gemeinsamkeit über Gottes Barmherzigkeit und Liebe gefunden werden. Viele Mitbürger, Jung und Alt, teilten die Hoffnung, dass die Menschen sich eines Tages nicht manipulieren lassen würden und selbst forschen, warum so eine Angst vor dem Islam geschürt wird. Doch ein Passant meinte (sinngemäß zitiert): „Das ist eine schöne Aktion, doch ich denke, dass heutzutage jeder die Möglichkeit hat, die wahren Absichten der kriegstreiberischen Machthaber zu erkennen und dass diejenigen, die sich bisher nicht bemüht haben, auch durch Aktionen wie diese nicht umgestimmt werden können.“ Er befürwortete die Aktion dennoch und wir bewahren die Hoffnung, dass wenigstens unsere eigenen Herzen dadurch aufgeweckt werden können.

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Am selben Tag zog auch eine Anti-OLGIDA Demonstration zwischen 11 und 13:30 Uhr vom Hauptbahnhof Richtung Innenstadt auf den Straßen. Der Infostand befand sich nicht weit von der Hauptstraße (Heiligengeistwall/Staulinie), sodass es nicht verwunderlich war, dass die Polizeiwagen sich in der Nähe unseres Standes aufstellten, um die Demo zu beaufsichtigen. Trotzdem wusste eine Dame offensichtlich nichts vom kommenden Demonstrationszug und fragte die aufgestellten Polizisten, ob sie denn wegen des Infostandes hier wären (da es tatsächlich so aussah, als ob man den Stand abgeschirmt hätte). Doch auch ihre Bedenken konnten schnell beseitigt werden. Aufgrund der Demo befanden sich auch am Nachmittag noch einige Friedensaktivisten in der Innenstadt und kamen am Infostand vorbei. Sie waren von der Aktion fasziniert und wünschten sich, dass mehr Muslime diese Aufklärungsarbeit intensiver in die Hand nehmen würden.

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Neben den vielen positiven Reaktionen gab es natürlich auch welche der negativen Sorte, die offensichtliche Ablehnung gegen den Stand äußerten, ohne zunächst das Gespräch zu suchen. Diese Passanten waren allerdings von einer allgemeinen Ablehnungshaltung geprägt und nur wenige haben den Brief mit negativen Worten begleitend abgelehnt. Darunter Ausdrücke wie „ach du Schreck, nein“, „bloß nicht!“ oder den Begleiter beratend, dass man dem Stand bloß nicht zu nahe kommen sollte, da die Aktivisten dort eine Unterschrift verlangen würden. (Was nicht der Wahrheit entsprach! Es wurden keine Unterschriften gesammelt.) Nur eine Passantin hat den Brief schnell wieder zurückgegeben, als sie das Plakat erblickte, und entfernte sich mit lautem Würgen. Auch haben einige Eltern ihre Kinder von den Süßigkeiten und den Rosen abgehalten, nach dem Motto: von denen nicht!

Man muss aber zugeben, dass die meisten negativen Reaktionen sicherlich nur zustande kamen, da jene die muslimischen Aktivisten direkt in die Schublade der Missionierer und Salafisten gesteckt haben. Aus diesem Grund kam auch eine Dame mit gut gemeinten Ratschlägen zum Stand, in denen sie meinte, dass man den Stand in Zukunft so gestalten soll, dass jeder Passant direkt erkennt, wer hier steht und auch ohne Gespräche ersichtlich wird, dass hier keine Missionierung geplant ist, sondern eine Aufklärung. Diese Ratschläge werden inschallah für kommende Aktionen beherzigt.

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Insgesamt war es ein erfolgreicher Tag in Oldenburg mit vielen Gesprächen mit den Mitbürgern über die aktuelle Lage der Muslime und die aktuelle Propagandamaschine der Mainstreammedien.

Großer Dank gebührt allen denjenigen, die bei der Aktion geholfen haben und auch denjenigen, die den Infostand mit ihren positiven Gesprächen gestärkt haben.


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