Der Morgen in mir


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Es gibt Nächte, in denen man manchmal aufwacht und an verschiedene Sachen denkt. Man spürt die Ruhe um sich und die Zeit scheint stehengeblieben zu sein. Um uns herum schlummert alles friedlich und leise. Man denkt über Gott und die Welt nach. Man kann sich nun, da man aus der Hektik des Alltags herausgekommen und in eine Oase der Ruhe gebettet ist, dem einen oder anderen Gedanken tiefgründiger widmen.

Wenn man so eine Weile seinen Gedanken nachgehangen hat und eine geraume Zeit vergangen zu sein scheint, kommt manchmal der Gedanke, ob denn der Morgen schon nah sei.

Voraussetzung ist natürlich, dass es noch dunkel ist und man nicht abwägen kann, wann der Morgen anbricht. Doch wann ist es dunkel? Das weiß natürlich jedes Kind: Sobald die Sonne untergeht. Aber Moment! Geht denn die Sonne unter? Gibt es einen Sonnenuntergang? Oder ist es die Erde, die sich von der Sonne abwendet? Im Grunde genommen bleibt die Sonne auf ihrer Position. Und das Abwenden der Erde von der Sonne bedeutet Dunkelheit und Nacht.

Um sich in der Nacht zurechtzufinden und den richtigen Weg zu finden schaut der Mensch gern gen Himmel. Dort erblickt er die leuchtenden Sterne, die ihm den Weg weisen. Er sieht den Mond, der im Dunkel der Nacht das Sonnenlicht reflektiert und so die Nacht erhellt. So geht die Nacht dahin und der Mond wird schließlich zum Morgenanbruch von der Sonne abgelöst.

In einer Überlieferung der vierzehn Reinen heißt es sinngemäß, dass jeder Mensch eine Welt bzw. ein Universum für sich ist. Das hieße, dass dann auch jeder ein Sonnensystem in sich trägt. Und genauso trägt jeder Mensch den Morgen und die Nacht in sich. Alle Menschen haben eine innere Sonne, die sie erhellt, die sie wärmt und schützt, die ihnen den Weg weist und immer für sie da ist. Die innere Sonne aller Menschen ist Imam Mahdi (aj.).

Doch so, wie sich die Erde von der Sonne wegdreht und die Nacht hereinbricht, hat sich der Mensch von seiner inneren Sonne abgewandt, und in ihm ist die Nacht hereingebrochen.

Jetzt sollte sich der Mensch die Frage stellen, ob der Morgen in ihm denn nah ist. Er sollte sich  darüber Gedanken machen, wie er es schafft in seiner inneren Welt den Sonnenaufgang zu erleben, sich wieder seiner Sonne, Imam Mahdi (aj.), zuzuwenden.

Um den wahrhaftigen Sonnenaufgang zu erleben, muss der Mensch erst lernen, sich in der Nacht zurechtzufinden. Dafür muss er nur tief in sich schauen, an das Firmament seines Herzens. Am Firmament des Herzens findet er unzählige Sterne, die ihm den Weg weisen. Diese Sterne sind  weise, aufrichtige Geschwister, es sind die aufrichtigen Gelehrten und wahrhaftigen Maradscha. Es mag sein, dass jeder Mensch einen anderen Stern hat, doch sie alle weisen ihm den Weg und leiten ihn in ein- und dieselbe Richtung.

Manchmal kann es passieren, dass am Firmament Himmelskörper aufleuchten und in eine andere Richtung zeigen. Diese müssen ignoriert werden. Denn das sind keine Sterne. Dies sind Meteoriten, die gerade in der Atmosphäre verglühen und von denen nichts bleibt, außer Staub. Ihr Schauspiel ist nichts als Ablenkung.

Die maßgeblichen Wegweiser sind die Sterne. Und diese zeigen dem Menschen den Weg zum Mond.

Der innere Mond reflektiert das Licht der inneren Sonne und erhellt so im Menschen die Nacht. Er leitet und schützt uns. Er gibt Hoffnung und vertritt die Sonne. Und dieser Mond ist das Oberhaupt  Imam Sayed Ali Chamenei.

Die Eigenschaften des äußeren und inneren Mondes sind sehr ähnlich. Sie reflektieren jeweils das Licht ihrer Sonne und vertreten sie in der Nacht. Beide Monde sind für alle da und leuchten Jedem den Pfad. Doch sie zwingen sich niemandem auf.

Jene Menschen, die das Licht des Mondes, welches die Reflektion des Sonnenlichtes ist, nicht in Anspruch nehmen und meiden, schaden sich letztendlich nur selbst. Wo soll ein Mensch sich vor dem Licht verstecken, wenn nicht in der Dunkelheit? Das Abwenden vom und die Flucht vor dem Mond bedeutet die Versenkung in ewige Dunkelheit und unendlicher Nacht.

Wer den Mond nicht ehrt, ist der Sonne nicht wert.
Die Gedanken der Nacht flüstern:

„Folge den Sternen,
die dich zum Mond geleiten
und folge dem Mond,
damit dein Morgen näher kann eilen,
Denn es ist stets der Mond allein,
der bald wird von der Sonne abgelöst sein!“


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