Der Schein trügt: Unsere Verpflichtung im Umgang mit den Heuchlern in Gelehrtenkleidung


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Der „Hauptmann von Köpenick“ ist ein Theaterstück von Carl Zuckmayer. Es basiert auf einer wahren Begebenheit: Einem Schuhmacher namens Friedrich Wilhelm Voigt gelang am 16. Oktober 1906 die spektakuläre Besetzung des Rathauses der Stadt Köpenick (heute ein Ortsteil Berlins) mithilfe eines Trupps von Soldaten. Er raubte die Stadtkasse aus und floh, während die Soldaten auf seinen Befehl hin noch eine halbe Stunde lang das Rathaus besetzten. Wie hatte ein Schuhmacher es bewerkstelligt, dass reguläre Soldaten sich seinem Befehl unterwarfen? Ganz einfach: Er zog die Uniform eines Hauptmanns an, also eines mittleren Offiziers. Die naiven Soldaten kannten ihn nicht, aber sie kannten die Uniform und ihren Rang, waren sofort Gewehr bei Fuß. Kann uns das auch passieren?

Eine Stärke der Muslime und der Schiiten im Besonderen liegt in ihrer engen Bindung an ihre Gelehrten (Ulama). Schon oft versuchten die Feinde der Menschlichkeit, dieses Band zu zerreißen. Innerhalb der Schia war ihnen kaum Erfolg beschieden, obwohl es unglücklicherweise einige Schiiten gab, die sich verführen ließen, beispielsweise Achbaris. Aber die Mehrheit hielt an ihren Gelehrten fest. Die Feinde erkannten, dass sie ihre Strategie ändern mussten: Anstatt die Verbindung zu den Gelehrten anzugreifen, konzentrierten sie sich darauf, eigene „Gelehrte“ unter den Schiiten zu installieren. Diese „Gelehrten“, die wir besser als „Turbanträger“ bezeichnen, ließ man von einem Schein-Mardscha bestätigen, welcher als Gegner des Islamischen Erwachens bekannt war und entsprechend aufgebaut wurde.

Die Folgen sehen wir heute: Turbanträger, die auch in der westlichen Welt ihren Hass-Islam predigen. Ihre Strömung wird als „Schirazis“ bezeichnet, unabhängig davon, ob sich der einzelne Eiferer als Nachahmer Sadiq Schirazis ansieht oder nicht. Ihre Turbanträger sind zumeist Sadiq Schirazi unterworfen, unter ihnen sind die verworfensten Menschen zu finden. Aber sie sind nicht das Thema dieses Artikels.

Scheich Amin Rastani, ein wahrhaftiger Gelehrter, der in seinen Vorträgen stets einen wissenschaftlichen Zugang wählt, sagte: „In diesem Zeitalter kann sich jeder als ein „Gelehrter“ ausgeben – jeder! Ihr müsst Hintergrundinformationen über diesen Gelehrten recherchieren: Woher stammt er? Was sind seine Berechtigungen, Gelehrter zu sein? Was hat er in der Vergangenheit getan? Wie lange hat er studiert, wo hat er studiert? Oder trägt er einfach nur einen Turban, hat einen schönen Bart und spricht zu uns als Gelehrter? Heutzutage können wir das nicht mehr erlauben! Denn wir sehen, wie die Wiederkehr Imam Mahdis (a.) sich verzögert, aufgrund dieses Fehlers.“ (Link zum Video, startet an der richtigen Stelle.)

Scheich Hamza Sodagar sagte in seinem Interview mit uns, dass wir, jeder einzelne Muslim unter uns, ein Grundverständnis des Islam in uns heranbilden müssten, sodass wir den Heuchler mit Turban erkennen können. Und nach der Erkenntnis – die zweifelsfrei und unanfechtbar zu sein hat – müsse dieser Heuchler öffentlich entlarvt werden, wir müssten andere über ihn informieren.

Leider erinnert die Wirkung der Gelehrtenkleidung an den Hauptmann von Köpenick. Lassen wir uns blenden von einem Heuchler mit Turban, der die größten Gelehrten unserer Zeit als unreine Ungläubige bezeichnet? Lassen wir uns von einem Fitna-Stifter verblenden, der mit allem Nachdruck Haram-Taten propagiert und der ein Diener der Feinde ist?

Gott sei Dank ist es in Deutschland – im Gegensatz zu anderen Teilen der westlichen Welt – noch nicht so weit, dass diese Heuchler in unseren Moscheen und Gemeinderäumen predigen. Bisher gehen sie nur in ihre eigenen Schirazi-Gemeinden, wie etwa der offenkundige Agent Mohammad Cyrous – der Imam Chomeini und Imam Chamene’i in schamlosen Worten herabwürdigt –, der in Köln die Gemeinde „Abess Al-Shakeri“ und in Hannover die Gemeinde „Khuddam Al Hussein“ besuchte.

Stellen wir uns dennoch folgendes Szenario vor: Wir besuchen eine Veranstaltung einer Gemeinde (keine Schirazis) und als Überraschungsgast tritt plötzlich einer der Heuchler mit Turban nach vorne, sei es Mohammad Cyrous, Yasser Al-Habib, Mudschtaba Schirazi oder andere Feindeshelfer im Westen oder ihre in Deutschland wirkenden Turbanträger von niedrigerem Rang. Nehmen wir an, wir wüssten von diesem Mann ganz sicher, dass er ein Frevler, ein Heuchler ist – nicht aufgrund von Meinungsverschiedenheiten oder Gerüchten, sondern ausschließlich aufgrund offen zugänglicher Beweise, wie im Falle der genannten Turbanträger – was tun? Dass wir nicht für ihn aufstehen, ihm nicht die Ehre erweisen und seiner Rede nicht aufmerksam folgen können, ist offenkundig. Aber genügt es, einfach zu gehen? Ich meine: nein. In so einem eindeutigen Fall – der mir wohlgemerkt bisher in Deutschland nicht bekannt ist – müssen wir aufstehen, gleich zu Anfang die Stimme erheben, ihn vor den Zuhörern entlarven und den Skandal in Kauf nehmen. Entweder werden wir der Veranstaltung verwiesen oder der Heuchler muss gehen, einen anderen Ausgang darf es nicht geben. Diese Aufgabe obliegt unseren anwesenden Führungspersonen.

Warum schreibe ich dies, obwohl es inschallah noch nicht relevant ist – und Gott verhüte, dass diese Unachtsamkeit einem unserer Veranstalter jemals passiert – warum dieses Gedankenspiel? Um darauf aufmerksam zu machen, dass die Stellung eines Gelehrten sehr hoch ist. Wenn ihr als Veranstalter einen Gelehrten reden lasst, so wisst sicher, wer er ist, kennt seine Vorträge, seine Ideologie, seinen Hintergrund. Sonst wird obiges Szenario wahr werden und ihr werdet den Skandal, der in so einem Fall inschallah durch mutige Geschwister ausgelöst wird, zu verantworten haben.

Zurück zum Hauptmann von Köpenick: Er wurde nach zehn Tagen gefasst. Beim Frühstück, verraten von einem ehemaligen Zellengenossen. Die Preußen waren pflichtbewusster als wir, sie ließen sich nicht lange narren. So entlarven wir die Heuchler in Gelehrtengewand durch ihre Rede, ihr Handeln und ihre Zellengenossen, also ihre Lehrer, Schüler und Gefährten, die wir bereits kennen. Die Stellung eines Gelehrten zu achten bedeutet, Heuchler in Gelehrtenverkleidung von der Minbar (Kanzel) herunterzureißen. Alhamdulillah haben wir genügend wahrhaftige und revolutionäre Redner unter uns, auch immer mehr deutsch- oder englischsprachige Gelehrte, die zu uns sprechen und uns tiefer in den Islam einweisen.


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