Hadschbotschaft Imam Chamene’is: Saudis entweihen Hadsch, Islamische Welt muss Verwaltung der heiligen Stätten überdenken


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Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Begnadenden

Alle Dankpreisung gehört Gott, dem Herrn der Welten. Und Segensgrüße seien mit unserem Propheten Muhammad, seiner reinen Familie, seinen auserwählten Gefährten und jenen, die ihnen wahrhaftig folgen, bis zum Tage der Auferstehung.

Muslime betrachten die Zeit der Hadsch als die Zeit der Ehre und des Ruhmes der Gottesdiener, die Zeit der Erleuchtung der Herzen, der Ergebenheit im Angesicht des Schöpfers und der innigen Gebete.

Die Hadsch ist eine himmlische, irdische, göttliche und gemeinschaftliche Verpflichtung. Die göttlichen Anordnungen zur Hadsch werfen ein Licht auf ihre unendlichen Dimensionen. Denn einerseits heißt es: „Und wenn ihr eure Riten (der Hadsch) beendet habt, dann gedenket Gottes, wie ihr eurer Väter (früher) gedacht habt oder mit noch innigerem Gedenken“ (Heiliger Qur’an 2:200), sowie „Und gedenket Gottes in einer bestimmten Anzahl von Tagen“ (2:203). Und andererseits: „(Die Geweihte Moschee), die Wir für die Menschen bestimmt haben, gleich ob sie dort oder in der Wüste wohnen.“ (22:25)

Während dieser unvergleichlichen Verpflichtung befriedet zeitliche und räumliche Sicherheit die Herzen der Menschen, wie ein deutliches Zeichen und ein strahlender Stern. Sie befreit die Pilger vom Joch der Unsicherheit der unterdrückerischen Herrscher, welche permanent die Menschheit bedrohen, und verhilft der Menschheit dazu, den Genuss der Sicherheit während dieser bestimmten Zeitspanne zu erleben.

Die Hadsch des Abraham, die der Islam den Muslimen geschenkt hat, ist die Manifestation der Ehre, Spiritualität, Einheit und des Ruhmes. Sie führt den Böswilligen und den Feinden die Größe der islamischen Umma und ihr Vertrauen in die ewige Macht Gottes vor Augen. Sie steht für die Diskrepanz zwischen den Muslimen auf der einen Seite und dem Sumpf der Korruption, Unterwerfung und Tyrannei, mit dem globale Unterdrücker die Gesellschaften unterjochen und tyrannisieren, auf der anderen Seite.

Die islamische und monotheistische Hadsch ist die Manifestation von „sind den Ungläubigen gegenüber heftig, einander aber gnädig“ (48:29). Es ist das Bollwerk der Lossagung von den Ungläubigen und der Förderung von Freundschaft und Einheit zwischen den Gläubigen.

Jene, welche die Hadsch zu einem religiös-touristischen Ausflug herabgesetzt haben und die ihre Missgunst und Feindschaft den Gläubigen gegenüber hinter der Losung „Politisierung der Hadsch“ verstecken, sind kümmerliche Satane, die vor Angst erzittern, die Interessen des Großen Satans zu gefährden, der USA.

Die saudischen Herrscher haben dieses Jahr den Pfad zu Gott über die Geweihte Moschee versperrt. Sie haben die ehrenvollen und gläubigen iranischen Pilger davon abgehalten, zum geliebten Haus zu reisen. Diese Herrscher sind schandvolle und irregeleitete Menschen. Sie denken, dass ihr Überleben auf dem Thron der Unterdrückung von ihrer Verteidigung der arroganten Weltmächte abhinge, von ihren Bündnissen mit den Zionisten und den USA, von der Erfüllung derer Forderungen. Und auf diesem Wege schrecken sie vor keinem Verrat zurück.

Fast ein Jahr ist seit den furchtbaren Ereignissen von Mina vergangen. Tausende verloren am Festtag in der Weihebekleidung (ihram) ihr Leben, unter der brennenden Sonne und mit durstigen Lippen. Wenige Tage zuvor wurden Pilger in der Geweihten Moschee zermalmt, während sie die Kaaba umkreisten und beteten.

In beiden Fällen liegt die Schuld bei den saudischen Herrschern. Darin sind sich alle Zeugen, Beobachter und Fachexperten einig. Manche Experten betonen, dass diese Ereignisse sogar vorsätzlich herbeigeführt worden wären. Die Verzögerung und Inkompetenz in der Errettung der Verstümmelten und Schwerverletzten, deren enthusiastische Seelen und faszinierte Herzen zum Opferfest im Einklang mit ihren betenden Zungen standen, ist ebenso offenkundig und unbestreitbar. Die herzlosen und mörderischen Saudis sperrten die Verletzten in Container, zusammen mit den Leichen, statt sie medizinisch zu versorgen, ihnen zu helfen oder wenigstens ihren Durst zu stillen. Sie mordeten die Verletzten.

Mehrere tausend Familien unterschiedlicher Länder verloren ihre Liebsten und ihre Völker wurden in Trauer gestürzt. Allein fast 500 Märtyrer stammten aus der Islamischen Republik. Die Herzen ihrer Familien sind noch immer gebrochen und voller Trauer. Unser Volk verbleibt gramerfüllt und zornig.

Anstatt sich zu entschuldigen, zu bereuen und jene juristisch zu verfolgen, die jenes schreckliche Ereignis direkt verschuldet haben, verhinderten die saudischen Herrscher mit äußerster Schamlosigkeit und Unverfrorenheit die Bildung einer internationalen islamischen Untersuchungskommission. Statt als Angeklagte spielten sie sich mit Häme und Widerwärtigkeit zu Anklägern auf, und offenbarten damit ihre seit Langem bestehende Feindschaft gegenüber der Islamischen Republik und gegenüber jeder gehissten Flagge des Islam, die sich dem Unglauben und der Arroganz entgegenstellt.

Ihre Propagandaorgane versuchen vergebens, die Schuld am Ausschluss der Iraner von der diesjährigen Hadsch der Islamischen Republik zuzuschreiben – von ihren Politikern, deren Verhalten den Zionisten und den USA gegenüber eine Schande für die islamische Welt darstellt, über anstandslose und haram-verzehrende „Muftis“, die unverhohlen Fatwas gegen das Buch Gottes und die Sunna des Propheten erlassen, bis hin zu ihren Medienlakaien, die nicht einmal vor dem professionellen Mindeststandard zurückschrecken, keine Lügen absichtlich wiederzugeben und zu verbreiten.

Die Zwietracht fördernden Herrscher, die ruchlose Takfiri-Gruppen ausbilden und bewaffnen, haben die Welt des Islam mit Bürgerkriegen überzogen. Sie morden und verletzten unschuldige Menschen in Jemen, Irak, Syrien, Libyen und anderen Ländern. Die gottlosen Politiker, die ihre Hände in Freundschaft dem zionistischen Regime reichen, haben ihre Augen vor der Not der Palästinenser verschlossen, vor ihrem herzergreifenden Leid, und sie unterjochen die Städte und Dörfer Bahrains mit Unterdrückung und Verrat. Die ungläubigen und skrupellosen Herrscher, welche die große Tragödie von Mina verursacht haben, während sie behaupten, Diener der beiden heiligen Stätten zu sein, opferten die göttliche Heiligkeit und die Gäste Gottes am Tage des Festes in Mina und einige Tage zuvor in der Geweihten Moschee. – Und dieselben Leute fordern nun, die Politisierung der Hadsch zu vermeiden. Sie werfen anderen diese große Sünde vor, die sie selbst begangen und bewirkt haben.

Sie sind ein genau zutreffendes Beispiel für die erleuchtende Beschreibung des Heiligen Qur’an: „Und wenn er an der Macht ist, reist er auf der Erde umher, um Unheil auf ihr zu stiften und Saatfelder und Nachwuchs zu verderben. Aber Gott liebt das Unheil nicht. Und wenn man zu ihm sagt: ‚Fürchte Gott‘, so führt ihn die Überheblichkeit zur Schuld. So ist die Hölle das, was für ihn eben ausreicht. Welch schlimme Lagerstätte!“ (2:205-206)

Abgesehen von der Aussperrung der iranischen Pilger und Pilger einiger anderer Länder, bestätigen Berichte, dass sie die Pilger mithilfe der Geheimdienste der USA und des zionistischen Regimes unter eine noch nie da gewesene Beobachtung setzen. Sie haben das göttliche Heiligtum für jedermann in Unsicherheit gesetzt.

Die islamische Welt, die muslimischen Führer und die Völker, müssen sich mit den saudischen Herrschern beschäftigen und zu einem richtigen Verständnis ihrer blasphemischen, ungläubigen, unselbstständigen und materialistischen Natur gelangen. Sie dürfen diesen Herrschern nicht erlauben, sich der Verantwortung für ihre Verbrechen zu entziehen, die sie in der ganzen islamischen Welt begangen haben.

Wegen des unterdrückerischen Verhaltens dieser Herrscher den Gästen Gottes gegenüber muss die islamische Welt ganz grundsätzlich die Frage der Verwaltung der beiden heiligen Stätten und der Hadsch überdenken. Die Nachlässigkeit in diesem Punkt wird der islamischen Umma zukünftig weitere schwerwiegende Probleme bereiten.

Muslimische Brüder und Schwestern! In diesem Jahr sind die begeisterten und aufrichten Pilger des Irans bei der Hadsch abwesend. Aber im Geiste sind sie unter den Pilgern aus den verschiedenen Teilen der Welt anwesend. Sie sorgen sich um sie und beten, dass die bösartige Nachkommenschaft des Taghut darin erfolglos sein möge, ihnen Leid zuzufügen.

Gedenkt eurer iranischen Brüder und Schwestern in euren (Bitt-)Gebeten und Gottesdiensten, und betet, dass das Leid von den islamischen Gesellschaften entfernt werden und die islamische Umma aus den Händen der arroganten Mächte, der Zionisten und ihrer Gefolgschaft befreit werden möge.

Ich gedenke der Märtyrer von Mina und der Geweihten Moschee im letzten Jahr und der Märtyrer von Mekka im Jahre 1987. Ich bete zum erhabenen Gott, ihnen Gnade zu erweisen und ihnen die höchsten Ränge zu gewähren. Und ich grüße den Imam unserer Zeit – möge meine Seele ihm geopfert sein – und ich ersuche Gott, dass die akzeptierten Gebete dieses ehrenhaften Imams die islamische Umma vervollkommnen und sie vor der Zwietracht und Böswilligkeit der Feinde in Schutz nehmen.

Und der Erfolg ist Gottes und Ihm gehört das Vertrauen.

Imam Sayyid Ali Chamene’i
Dhul-Qada 1437, September 2016

Übersetzt aus dem Englischen von Offenkundiges: http://english.khamenei.ir/news/4121/Hajj-hijacked-by-oppressors-Muslims-should-reconsider-management


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