Informationsstand zur zweiten Friedensbotschaft Imam Chamene’is in Oldenburg: Wer zieht nach?


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Nach einer erfolgreichen und gelungenen Verteil-Aktion des ersten Briefes in der Innenstadt Oldenburgs war es nun an der Zeit, auch die zweite, für die westliche Jugend so wichtige, Botschaft Imam Chamene’is, an den Mann (und die Frau) zu bringen. Inzwischen ist – seit der Übersetzung ins Deutsche – mehr als ein Monat vergangen und ein Großteil der schiitischen Gemeinden in Deutschland hat es bedauerlicherweise noch nicht geschafft, die Botschaft öffentlich zu verbreiten, geschweige denn den Brief auf der eigenen Homepage zu publizieren, welches sich mit ein paar einfachen Klicks realisieren ließe.

Vor dem Hintergrund dieser Tatsache und den zunehmenden gesellschaftlichen Problemen (sog. „Flüchtlingskrise“, Pariser Anschläge usw.), mit denen die in Deutschland lebenden Muslime tagtäglich konfrontiert werden, hat die Muslim-Treff-Gemeinde aus Oldenburg am 29.12.15 einen Infostand aufgestellt, um mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern der Stadt Oldenburg auf der Grundlage der zweiten Botschaft von Imam Chamene’i ins Gespräch zu kommen, konstruktive Dialoge zu führen und die o.g. Themen sachlich auszudiskutieren. Gleichzeitig wurden die Briefe ausgedruckt und – falls Interesse bestand – ausgehändigt.

Gelockt wurden die Oldenburger mit süßem Gebäck, die von den Muslimtreff-Mitgliedern  unspektakulär auf einem einfach-dekorierten Tisch platziert wurden. Unspektakulär wohl deshalb, weil lediglich Brüder anwesend waren und sich die Kreativität und das Feingefühl der Männer bei der Tischdekoration bekanntlich in Grenzen hält. Daneben platzierten wir eine Tafel, die mit prägnanten Zitaten aus dem zweiten Brief unseres Imams bestückt wurde, gepaart mit anschaulichen Bildern, die aus den Mainstream-Medien gemeinhin bekannt sind. Es standen – fast durchgehend – jeweils zwei Personen am Infostand, während die anderen Brüder einen gemütlichen Rundgang durch die Innenstadt Oldenburgs tätigten. Anschließend wurde gewechselt. Das sollte den Oldenburgern die Angst nehmen und eine Annäherung schaffen. So konnten sich viele Interessierte die Zitate in Ruhe durchlesen und anschließend mit den Brüdern in Dialog treten.

Wir waren überrascht, wie viel positives Feedback wir von den Mitbürgern erhielten. Bis auf wenige bescheidene Ausnahmen gab es keine wesentlichen Differenzen zwischen den Meinungen der Mitbürger und der im Brief thematisierten Inhalte. So empörte sich beispielsweise ein älterer Herr: „An allem sind die Amerikaner schuld! Es geht doch nur ums Geld! Wenn es Frieden gäbe, würde doch keiner mehr verdienen, das wollen sie nicht.“ Anschließend fügte er hinzu: „Die jüngere Generation kennt ihre eigene Geschichte nicht mehr!“ Nach einem kurzen, interessanten Austausch, beruhigt sich der aufgebrachte ältere Herr, wir drückten ihm ein Brief in die Hand und verabschiedeten uns höflich von ihm.

Es war interessant zu beobachten, wie viele Menschen – vor allem der älteren Generation – keiner „Aufklärung“ mehr bedürfen und dem von den Medien propagierten Weltbild: „Im Westen sind die Guten, im Osten die Bösen“, schon lange keinem Glauben mehr schenkten. In dem Zusammenhang sagte eine Geschäftsführerin etwas hilflos: „Es ist einfach schwer geworden, das Wahre vom Falschen zu trennen. Wen soll man denn noch glauben?“ Man sprach über die Doppelmoral einiger westlicher Länder und wie oft aus purem Eigennutz mit zweierlei Maßstäben gemessen wird. Es war zudem mit Erstaunen festzustellen, dass einige Mitbürger den ersten Brief bereits gelesen hatten. So fragte ein vorbeigehender Passant: „Ist das der zweite Brief von Imam Chamene’i[1]?“ Wir antworteten, und noch bevor wir mit ihm ins Gespräch kommen konnten, nahm er sich einen Brief, verabschiedete sich und zog los. Während viele schiitische Jugendliche in Deutschland nicht den Hauch einer Ahnung von der Existenz der beiden Botschaften des Revolutionsführers haben, geschweige denn, welche Inhalte thematisiert werden, kann man mit großer Verwunderung feststellen, wie einige, unauffällige Mitbürger, die erste Botschaft des Imams an die westliche Jugend bereits gelesen haben. Das sollte uns alle motivieren und uns vor Augen führen, dass die aktive Gemeindearbeit und insbesondere die ersten Verteil-Aktionen Früchte getragen haben!

Eine schöne Begebenheit, die sich ebenfalls gestern zugetragen hatte, möchte ich euch am Ende nicht vorenthalten:

Nach einem konstruktiven Gespräch mit einer älteren Dame, die unsere Aktion und unser Engagement „bis in den Himmel lobte“, nahm sie sich einen Brief und verabschiedete sich, als von der Seite zwei Polizeibeamte auf uns zukamen. Die ältere Dame ging den Polizeibeamten entgegen, führte ein kurzes Gespräch mit ihnen und zog weiter. Neugierig ging ich auf die Polizeibeamten zu und fragte sie ganz nett, ob die mir sagen mögen, worüber sie sich mit der Dame gerade unterhielten. Einer von denen sagte völlig verwundert: „Sie hat uns darauf aufmerksam machen wollen, dass ihr hier eine sehr wertvolle und sinnvolle Aktion veranstaltet und wir euren Infostand nicht räumen sollen.“ Er sagte weiter: „Dabei hatten wir das niemals vor?! Jeder kann hier frei seine Meinung äußern, wir leben schließlich in einem freiheitlichen, demokratischen Staat?!“ Die zwei Polizeibeamten nahmen sich ein Stück Kuchen und liefen weiter.

Während die Oldenburger Muslime uns teils grimmig von der Seite angeguckt und nicht einmal den Versuch gestartet hatten, uns zu fragen, weshalb wir hier stehen, oder ob sie helfen könnten, setzte sich diese nichtmuslimische ältere Frau präventiv für uns ein, obwohl wir uns zuvor nie begegnet sind und auch sonst keine religiöse und kulturelle Beziehung zwischen uns besteht. Solche Menschen, die den Glauben an die göttlichen, universellen Attribute mit ihren Handlungen ausdrücken, verdienen es umso mehr, das Revolutionsoberhaupt, Imam Chamene’i, kennenzulernen und von seinen weisen Worten zu profitieren.  Summa summarum war der Informationsstand sehr erfolgreich, nicht zuletzt, weil alle Beteiligten viele und wichtige Erfahrungen im Umgang mit Nichtmuslimen sammeln konnten.

Wir hoffen, dass noch viele Gemeinden nachziehen werden, um diese wichtige Botschaft an das Volk zu bringen. Insbesondere die kleineren schiitischen Vereine sollen durch die Aktion in Oldenburg animiert und motiviert werden, denn schließlich sind auch wir nicht mehr als ein kleiner, bescheidener Verein im Herzen Niedersachsens, der versucht, seiner Verantwortung in seiner Umgebung gerecht zu werden.

Eure Muslimtreff-Gemeinde aus Oldenburg

[1] Es sollte erwähnt werden, dass wir uns nicht darüber einig sind, ob er tatsächlich „Imam“ oder lediglich den Namen erwähnt hat. Ebenfalls sind die erwähnten Zitate nicht alle wortgetreu wiedergegeben, sondern sinngemäß.


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