Islamfeinde verpacken Sehnsucht in Warnung


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Muslime gibt es weltweit. Genauso bunt wird der islamische Glaube gelebt. Die Muslime haben somit verschiedene Kulturen. So schöpfen die Muslime aus den bunten Topf der Kulturen ihrer Glaubensgeschwister. Leider stoßen die Muslime selten auf Toleranz. Leider begegnet man den Muslimen auch hier in Deutschland immer öfter mit Ablehnung.

Diese Ablehnung wird mit Warnungen gespeist. In der Presse hört und liest man im O-Ton: „Während man bei uns über Toleranz schwafelt, findet in der islamischen Welt ein Klima der Feindschaft immer mehr Anhänger.“ Seltsam wie die Angst vor Extremisten einige zu Extremisten macht. In seinem Essay Die Panikmacher: Die deutsche Angst vor dem Islam fragt Patrick Bahners, ob sich die Religionsfreiheit für Muslime in Deutschland sich an der Religionsfreiheit in muslimischen Ländern zu orientieren habe.

Wenn einige das Ausland als Beispiel nehmen und vor der Unterdrückung Andersgläubiger in muslimisch geprägten Gesellschaften warnen, so tun sie dies nicht aus Mitgefühl mit den Unterdrückten, sondern nutzen diese Unterdrückung als Argument, um selbst zu unterdrücken. Diese Warnung vor den Intoleranten im Ausland, ist eigentlich eine Sehnsucht es ihnen nachzumachen. Denn meistens folgt auf: „Christen in muslimisch geprägten Gesellschaften erleben auch Intoleranz“, ein sehnsüchtiger Ruf nach: „Keine Toleranz mit den Muslimen“.

Die Warnung ist eine Hülle, die die Sehnsucht verdeckt. Denn das „auch“ beim Satz: „… Christen werden auch unterdrückt“, ist eigentlich ein „das will ich auch für Muslime hier bei uns“. Die Problematik mit der von den CIA gebildeten ISIS, schwappt, ob wir wollen oder nicht, mithilfe des Internets auch auf uns hierzulande über. Und die Angst vor den grausamen Verbrechen der ISIS erlaubt alles, was die ISIS aufhalten könnte. Oder alles, was in Deutschland nur annähernd so aussieht wie ISIS. Zum Beispiel eine muslimische Frau mit Kopftuch oder ein muslimisch aussehender Mann.

Deshalb haben es Muslime hier so schwer, sie können sich solange distanzieren wie sie wollen, solange die ISIS ihre Zeichen tragen, wird man auch sie nicht tolerieren. Wenn aber im Kampf gegen Intoleranz „alles erlaubt“ ist, wird derjenige, der den Intoleranten bekämpft, dem Intoleranten allmählich immer ähnlicher. Intolerant sind diejenigen, die andere nicht als vollwertige Menschen anerkennen und nicht gewillt sind zwischen Muslimen und Terroristen zu differenzieren.

Wenn die Islamfeinde immer vor einem Angriff auf unsere „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ warnen. Und genauso wie die Takfiris, die nur ihre Vorstellung vom Islam als Islam akzeptieren, akzeptieren die Islamfeinde nur ihre Definition von der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“. Dabei ist doch klar, dass die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ mehrere Auslegungen zulässt. Wenn die Islamfeinde aber nur ihre Auslegung zulassen und immerzu vor dem Untergang der „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ warnen, sind sie den Takfiris ähnlich.

Diese als Warnung getarnte Sehnsucht zerstört die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ von innen heraus, da wir, um unsere „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ zu verteidigen, dazu gebracht werden, sie über Bord zu werfen.

Intoleranz zur Hand zu nehmen, um Toleranz zu verteidigen, ist eine Kampfansage an die Toleranz.

Die Islamfeinde schützen die „freiheitlich-demokratische Grundordnung“ nicht, nein sie sind ihre Feinde. Sie bewirken durch ihre Angst vor dem, was wohl kommen könnte, ein gesellschaftliches Klima, dass die Angst der Muslime vor dem, wie man gegenwärtig mit ihnen umgeht, leugnet. Die Frage nach der Angst vor den Muslimen in Deutschland, beängstigt doch nicht die Nicht-Muslime, es beängstigt die Muslime selbst, da die Frage der Angst immer mit Gegenwehr beantwortet wird. Und leider immer häufiger mit Gewalt und Brandsätzen auf Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte.


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