Israels 100-Jahr-Besatzungsfeier kann abgesagt werden


Sie befinden sich im Archiv, Kommentierungen sind hier nicht möglich. Zum Live-Blog von Offenkundiges geht es hier: https://offenkundiges.de

Die Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen der israelischen Besatzung muss aller Voraussicht nach abgesagt werden. Imam Chamene’i sagte in seiner inzwischen berühmten Rede im September letzten Jahres:

Nach den Atomverhandlungen hat das zionistische Regime verlautbart, dass sie sich die nächsten 25 Jahre keine Sorgen mehr um Iran machen müssten. Ich sage dazu: Erstens werden sie (das zionistische Regime) keine 25 Jahre mehr miterleben. So Gott will, wird von dem zionistischen Regime in den nächsten 25 Jahren nichts übrig bleiben. Zweitens wird bis dahin die Anstrengung und die heldenhafte und aufopferungsvolle Moral (der Muslime) die Zionisten keinen Moment in Ruhe lassen.“

Imam Chamene’i, der wohl Verlässlichste, was Versprechen und Aussagen anbelangt, prognostiziert das Ende der israelischen Besatzung innerhalb der nächsten 25 Jahre. Wenn Imam Chamene’i den Kurs des Aktienmarktes vorhersagen würde, dann könnte man sich darauf verlassen, dass sämtliche Finanzhaie – seiner Analyse vertrauend –  kaufen und verkaufen würden. Dass der Westen sich mit Imam Chamene’i beschäftigt, ist leicht ersichtlich. Carnegie Endowment, ein Thinktank für ausländische Politik, lässt sich beispielsweise öffentlich und ohne es verhehlen zu wollen über Imam Chamene’i aus und beschäftigt sich intensivst mit dem Oberhaupt der Muslime. 

Ein mit Imam Chamene’i beauftragter Analyst sagt in dieser Aufzeichnung:

Dieser ist jemand, der meint, was er sagt, er glaubt, was er sagt, und er hat nun eine Sammlung von zwei bis drei Jahrzehnten an Reden. Dies war grundlegend der Umfang meiner Studien. Ich habe jede große und die meisten kleineren Reden, die von Chamene’i in den letzten drei Jahrzehnten geschrieben wurden, ausfindig gemacht, etwa 1500 Seiten Material insgesamt und es (die Sammlung) hat mich mehrere Monate gekostet.“ [1]

Imam Chamene’i ist für den Westen die größte Gefahr und entsprechend werden all seine Bewegungen akribisch aufgezeichnet und analysiert. Es ist jedoch kaum anzunehmen, dass lediglich ein einziger Analyst oder Experte für die Auseinandersetzung mit Imam Chamene’i beauftragt wurde. Die Unterdrücker messen seinen Worten wert bei. Sie fürchten seine Worte.

Was muss das also für eine schockierende Nachricht für das terroristische Apartheidsregime gewesen sein, als er ihnen bloß noch 25 Jahre Besatzung zugestand? Welche Trauer die Prophezeiung bei den Verfechtern des Zionismus auslöste, wird an der Reaktion ihrer Schreiberlinge ersichtlich. So stößt man bei Eingabe der Worte: „khamenei 25 jahre israel“ in Google insbesondere auf verzweifelte Reaktionen von Unterstützern des zionistischen Regimes wie Israelheute, Bild, Zeit, und Focus.

Die Aufregung ist verständlich; sind doch 25 Jahre eine äußerst kurze Zeitspanne. Wie viele Eheleute kennt ihr, die das 25-jährige Bestehen als Silberhochzeit feiern durften? Wie viele Vereine, die bereits mehr als hundert Jahre existieren? Auch mir, mit meinen 25 Jahren, ist es vergönnt einen Eindruck davon zu haben, wie schnell 25 Jahre vorbei sein können. Erst Säugling, dann Kindergarten, Grundschule, Oberschule, vielleicht Abitur, dann noch das Studium und schon sind 25 Jahre um.

Für die Unterstützer des Apartheidstaates ist es schwierig zu akzeptieren, dass Israels Besatzung wohl kaum mehr 25 Jahre andauern könnte. Die Besatzung Palästinas ist nicht von Bestand. Dies wird besonders deutlich, wenn man einen der Kommentare zum eben erwähnten Artikel auf Israelheute liest:

israelheute

Diese Aussage zeigt exemplarisch die Stellung Israels in den Augen einiger seiner Verfechter. Ich nehme an, dass wenn man ein Leben lang eine Gottheit anbetet und dieser plötzlich durch langsamen Zerfall an Göttlichkeit einbüßt, man selbst ins Straucheln gerät und mit allen Mitteln versucht, die Allmächtigkeit seiner Gottheit wahr zu reden.

Dass der lange Atem Israels längst mehr ein Überlebenskrampf geworden ist, ist überdeutlich. Misst man die Entfernung zwischen „Beni Hadayag“, einem der südlichsten Punkte des durch Israel besetzen Palästinas und dem „Hasafari Monument“, einem der nördlichsten Punkte, so kommt man auf eine Entfernung von 529 Straßenkilometern. Dabei führen die Straßen quer durchs ganze Land. Trotz dieser geringen Entfernung plant Israel den Bau einer Mauer von etwa 700 Kilometern im Landesinnern, von denen es schon 200 Kilometer realisiert hat. [3]

Israel strauchelt. In 25 Jahren wird die Islamische Revolution des Iran dann ihren 62. Geburtstag feiern und dem werden sich dann wohl gleichfalls der Libanon, Bahrain, Yemen, Iraq, Hidschaz, Syrien und Palästina anschließen. Diesen Nationen gratuliere ich zu ihren Bestrebungen zur Freiheit von Israel und den Imperialisten, die versuchen, sie im Namen der Menschenrechte zu unterjochen.

Besonders bitter an der Angelegenheit ist aber die wohl ausstehende Absage der 100-jährigen Besatzungsfeier. Vielleicht sollte den Verantwortlichen rechtzeitig Bescheid gegeben werden, damit die Gelder weniger in Silvesterknaller investiert werden als viel mehr in die Erweiterung der menschenverachtenden Checkpoints und Mauern.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=Olc7g9zUx5g#t=12m00s (Abrufdatum 06.08.2016)
[2] Iranischer Staatsführer: Israel wird es in 25 Jahren nicht mehr geben, NAI redaktion, Donnerstag, 10. September 2015,
http://www.israelheute.com/Nachrichten/Artikel/tabid/179/nid/29050/Default.aspx (Abrufdatum 06.08.2016)
[3] Palästina Alltag unter Besatzung, Salah Kanaan & Anja Zückmantel, Seite 99


Sie befinden sich im Archiv, Kommentierungen sind hier nicht möglich. Zum Live-Blog von Offenkundiges geht es hier: https://offenkundiges.de

Trage deine E-Mail-Adresse ein, um regelmäßig über neue Artikel benachrichtigt zu werden.