Jedes Leben ist wertvoll, auch das von Muslimen


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„Das war kein Streit um einen Parkplatz, sondern ein Verbrechen aus Hass“, so die Schwester des ermordeten Jungen.

Der kaltblütige Mord an den drei Studenten ereignete sich bereits am Dienstagnachmittag. Die lokalen und nationalen Medien griffen das Thema aber erst am Mittwochmorgen auf. Weltweit wurde der Hashtag #MuslimLivesMatter verbreitet, damit die Medien endlich reagieren. Es ist mittlerweile leicht sich vorzustellen, wie schnell die Medien reagiert hätten, wenn der Mörder ein Muslim gewesen wäre und wie schnell das Wort mit „T“ gefallen wäre.

Craig Stephen Hicks (46) exekutierte die frisch verheirateten Deah (23) und seine Frau Yusor (21). Das war wohl nicht genug; auch die jüngere Schwester der Frau, Razan (19) wurde getötet. Alle drei bekamen ein Schuss in den Kopf.

Es macht mich echt traurig, darüber zu schreiben, vor allem sind alle drei Opfer jünger als ich und es fühlt sich so an, als wären sie meine Mitstudenten gewesen. Zumindest waren sie meine Geschwister im Glauben und verdienen meine Anteilnahme.

Aber es sterben täglich solche wunderbaren Menschen, täglich überall auf der Welt. Nur was bedeutet dieser Fall für uns?

Wir müssen erst mal das Leben als etwas wertvolles betrachten. Man darf keinem Menschen das Leben nehmen aus Hass und ohne jegliche Schuld der Opfer.

In der westlichen Welt bildet sich ein Sinneswandel, besonders bei vielen labilen Menschen, egal welcher Herkunft, Religion oder sonstiger Ideologie. Leben wird als etwas betrachtet, was man scheinbar begründet auf die eigene Weltanschauung „legitim“ nehmen darf. Das Rechtssystem bietet den Mördern viele Lücken. Zum einen kann man, wenn man viel Geld und einem guten Anwalt hat, sowieso die niedrigsten Strafen erwarten, zum anderen, wenn dieser Mörder sagt, er habe aufgrund des „Parkplatzes“ drei Menschen exekutiert, bedeutet das er total „krank“ im Kopf sein muss und dies nicht berechnet getan hat, er somit „nur“ verrückt ist und kein Hass gegen Muslime ihn dazu bewegt hat.

Der gesunde Menschenverstand sagt, dass beide Motive falsch sind und gleichermaßen bestraft werden sollten. Nicht aber in der westlichen Welt. Somit kann dieser Verbrecher zumindest mit einer milderen Strafe rechnen, wenn er mit der Version durchkommt und ihm nicht nachgewiesen wird, dass er das aus Hass gegen Muslime getan hat.

Die westliche Zivilisation ist dabei jegliche Moral, religiöses Verständnis und Wert des Lebens im Schatten von Konsum, Hass und Habgier zu stellen. Das fällt „uns guten Menschen“ leider nicht auf, weil wir so verfangen in unserer Welt sind und glauben, dass es schon irgendwie gut gehen wird. Nein, wird es nicht! Ohne dass ein Umdenken stattfindet, wird es nur schlimmer werden. Diese Gesellschaften wird die eigene Habgier auffressen. Die Reichen werden reicher und die Armen ärmer werden. Die hochgelobte „Mittelschicht“ wird es bald nicht mehr geben und jeder wird zusehen müssen, wie er über die Runden kommt. Feindbilder, wie Muslime, sind da sehr praktisch, um von der eigenen Schuld und Unfähigkeit (besonders in der Politik) abzulenken. Diese Morde werden sich häufen, auch bei uns, wenn wir nicht anfangen, unsere Mitmenschen wirklich als Menschen zu sehen und ihr Leben genau wie unseres zu achten!

Tausende trauern

Albert Einstein hat es mal treffend formuliert:
„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“

Wir sind das Problem! Wir machen unseren Mund nicht auf, wenn über Muslime, Christen, Juden gehetzt wird. Wir machen den Mund nicht auf, wenn jemand sagt: „Waffenlieferungen, Militäreinsätze, Invasionen oder Kolonialismus gehören dazu!“ Wir machen den Mund nicht auf, wenn in Afrika etwa 30.000 Menschen am Tag an Hunger sterben!

Und wir machen den Mund nicht auf, wenn Blut von Unschuldigen überall auf der Welt fließt – obwohl es dieselbe Farbe hat wie unser eigenes. Würden wir es gemeinsam tun, dann könnten wir eine bessere Welt schaffen.

„Der Westen“ inklusive der imperialistischen „Werte des Blutvergießens“, sind ganz bestimmt nicht „die Guten“! Das müssen wir uns langsam aus dem Kopf streichen.

Eine Frage bleibt jedoch offen: Laut den Medien ist der Mörder Hicks überzeugter Atheist. Müssen sich alle Atheisten nun öffentlich distanzieren?


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