Menschen in Not helfen und sich dabei in den Mittelpunkt stellen?


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Wie schön ist es, dass es in unserer Gesellschaft Menschen gibt, die Nächstenliebe noch übrig haben und ihren Mitmenschen, ob sie in Not geraten sind oder nicht, helfen. Besonders zu Weihnachten, einer bekanntlich besinnlichen Zeit in Deutschland, fanden des Öfteren Hilfsaktionen statt. Das schweißt die Menschen zusammen und Benachteiligte fühlen sich nicht alleingelassen.

Interessante Aktionen

Aktionen finden über das ganze Jahr statt, nicht nur in der kalten Jahreszeit. Wenn man in Deutschland etwas Gutes tun möchte, so gibt es eine riesige Anzahl an zivilgesellschaftlichen Organisationen, die was tun. Besonders beliebt ist es, etwas für Obdachlose auf deutschen Straßen zu tun. So gibt es auch viele muslimische Jugendgruppen, die durch die Straßen ziehen und Obdachlosen warme Getränke ausschenken und einen kleinen Snack mitgeben. So hat es über die letzten Monate vermehrt solcher Aktionen gegeben.

Mir fällt jemand ein, der eine gewisse Bekanntheit in den sozialen Medien bei den Jugendlichen besitzt, der gesponserte Winterkleidung öffentlichkeitswirksam vor der Kamera an Obdachlose verteilte. Im Video erzählt dieser, dass sie nicht jeden filmen konnten, aber „auf jeden Fall“ viele Menschen erreicht hätten. So berichtet er auch von einer Begegnung, wie er einem Obdachlosen, der Hunger hatte, was zum Essen gekauft hat und „sofort gehandelt“ hätte. Auf dem Video ist jede gute Tat für die Öffentlichkeit dokumentiert.

Und noch eine Aktion möchte ich erwähnen, bei welcher eine muslimische Jugendgruppe zu Weihnachten in die Kinderkrebsstation einer Klinik geht und Kindern Schokolade und Nikolausschokolade verteilt. Dabei lassen sie sich mit jedem Kind ablichten, und stellen es voller Freude ins Internet. Die Frage, ob sie die Einwilligung der Eltern besitzen, dies auch ins Netz zu stellen, will ich dabei gar nicht stellen.

Welche Absicht steckt dahinter?

Nun ist es schwierig, die Absicht einer Person oder einer Gruppe bei solchen Hilfstaten zu ermitteln. Sicherlich ist es eine gute Aktion. Doch es gibt so einige muslimische Gruppen, die ihre öffentlichkeitswirksamen Hilfsaktionen teilweise damit begründen, dass sie die Muslime in ein besseres Licht rücken möchten. Sie möchten den Menschen zeigen: Seht her, Muslime sind gute Menschen und kümmern sich um Obdachlose. Wenn dies der Fall ist, so spielt es kaum noch eine Rolle, dass man das Leid der Menschen lindern möchte, sondern man instrumentalisiert sie für einen anderen Zweck. Zudem werden die Menschen gefilmt und fotografiert, die die Hilfe dankend annehmen. So gibt es einen Spruch, der in der Bibel und auch im Islam bekannt ist: Was die rechte Hand tut, soll die linke Hand nicht sehen. Damit ist zweifelsfrei gemeint, dass wenn man eine gute Tat tut, diese nur für den guten Zweck und für Gott allein tun solle. Man soll seine gute Tat verschweigen und nicht damit prahlen. Der Helfer soll darauf vertrauen von Gott belohnt zu werden und nicht durch gesellschaftliche Anerkennung.

Aufrichtige Moral

Zur aufrichtigen Moral gehört es auch, die Menschen, denen man hilft, nicht zu erniedrigen, ihr Gesicht zu wahren und ihre Würde zu schützen. Auf die Kritik, dass die Zurschaustellung einer guten Tat nicht der aufrichtigen Moral entspreche, antworten viele immer gerne mit: „Ja, aber das macht man, damit die Menschen gut von den Muslimen denken. Wir tun es für die Muslime und für den Islam, damit dieser besser da steht. Wir tun es, damit sich der Ruf des Islam bessert.“

Nun müssen wir wissen: Allah benötigt niemanden. Allah benötigt auch nicht die Religion von jemandem oder ihn selbst. Wir benötigen Allah und seine Religion.

Das Leben der Ahl-ul-Bait (a.) lehrt uns, dass sie, wenn sie den bedürftigen Menschen geholfen haben, es in der Nacht getan haben, damit erstens die Almosenempfänger nicht erkannt werden und dies sich nicht in der Nachbarschaft rumspricht, dass die jeweilige Person arm ist, und zweitens, um selber unerkannt zu bleiben. Aus diesem Grund gibt es wenige Geschichten über die Ahl-ul-Bait (a.), wie sie Menschen geholfen haben, denn zumeist geschah dies heimlich.

Warum ist es heutzutage so schwer geworden etwas Gutes zu tun und dies zu verheimlichen?


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