Radikale Atheisten haben kein eigenes Weltbild


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Islamfeindlichkeit‬ beginnt dort, wo jemand Muslime hasst, weil sie Muslime sind. Am 11. Februar 2015 wurden in Chapel Hill (USA) drei muslimische Studenten ermordet. Die Opfer: Deah Barakat (23) seine Frau Yusor Mohammed Abu-Salha (21) und ihre Schwester Razan Mohammed Abu-Salha (19). Der Mörder: Craig Stephen Hicks, ein radikalter Atheist, sein Mordmotiv: „Sie waren Muslime!“ Aus diesem Anlass mein Statement zum Atheismus:

Genauso wie es nicht „den“ Islam oder „die“ Muslime gibt, gibt es auch nicht „den“ Atheismus oder „die“ Atheisten. Auch unter Atheisten gibt es viele Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten. Aber eins ist allen Atheisten und der atheistischen Sicht gemein: das Nichtvorhandensein eines Weltbildes.

Atheisten machen es sich mit ihrer Kritik an Religionen oft zu einfach. Statt die Gläubigen zu verunglimpfen, sollten sie ihnen ein eigenes Weltbild entgegensetzen. Eine Alternative. Aber die fehlt dem Atheismus. Anstatt nur die Religion anderer zu kritisieren, sollten sich Atheisten lieber festlegen und ihr Weltbild preisgeben.

Beim Thema Weltbild werden viele Atheisten kleinlauter und wollen sich nicht festlegen. Atheisten wollen sich nicht angreifbar machen. Kein Wunder: Die atheistische Sicht ist nicht verifizierbar und kann daher keinen Anspruch auf absolute „Wahrheit“ erheben. Wenn doch, ist der Atheismus dann eine Religion?

Atheismus ist und war nie eine Alternative zur Religion. Im Gegenteil, der Atheismus war und ist immer nur eine billige Kopie der Religion. Im Falle der religiösen Feiertage wurden alle religiösen Feiertage zu atheistischen Feiertage erklärt. Hier einige Beispiele: Aus der Heiligen Nacht und der Geburt Jesu wurde X-Mas, aus dem Reformationstag wurde Halloween und aus Christi Himmelfahrt der (besoffene) Vatertag. Nichts Neues brachte der Atheismus, er stülpte sich lediglich Vorhandenes über und nannte es sein Eigen.

Atheisten argumentieren gerne, dass der Glaube (Religion) Unsinn sei und abgeschafft gehöre, damit die Welt besser werde. Dabei „glaubt“ jeder Mensch, auch ein Atheist, an etwas, in dem Sinne, dass er etwas für „die“ Wahrheit hält. In dem Sinne sind auch Atheisten nicht fern vom Glauben.

Egal WAS wir sind, ob nun Atheist, Btheist oder Ctheist, jeder von uns wird als Mensch geboren. Aber WIE wir sind oder werden, entscheiden unsere Entscheidungen für oder gegen die Menschlichkeit. Nur was ist „die“ Menschlichkeit? Das definieren fast alle Religionen anders. Nur der Atheismus hat keine Definition für Menschlichkeit, geschweige denn ein Weltbild. Weder ist der Atheismus eine Alternative zur Religion, noch hat der Atheismus eine Alternative parat. Noch weiter: Der Atheismus (Parasit) braucht die Religion als Gegenpart.


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