Sayyid Hassan Nasrullah: Die Feinde werden diese neue Propagandaschlacht verlieren!


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Sayyid Hassan Nasrullah am 06.05.2016 – Festveranstaltung der Unterstützungsorganisation des Islamischen Widerstandes

In Namen Gottes des Gnädigen, des Begnadenden

O ihr diejenigen, die überzeugt seid, soll Ich euch auf einen Handel hinweisen, der euch vor leidvoller Pein retten wird? Seid überzeugt von Allah und seinem Gesandten und strengt euch an auf Allahs Weg mit eurem Gut und eurem Blut. Das ist besser für euch, falls ihr wisst. Er vergibt euch eure Sünden und er wird euch eintreten lassen in Gärten, unter ihnen die Bäche strömen, und in geläuterte Ruhestätten in Gärten Edens. Dieses ist das Grandiose der Glückseligkeit. Und anderes, das ihr liebt, Hilfe von Allah und naher Sieg. Und verheiße den Überzeugten. (Qur’an Sura 61, As-Saf, Verse 10-13)

Ich begrüße euch alle, die ihr bei der Unterstützungsorganisation mitarbeitet, Brüder und Schwestern. Ich danke euch für eure Teilnahme. Zunächst gratuliere ich euch und allen Muslimen in der Welt zum Fest der Entsendung des Propheten – wohl einer der größten Tage der Geschichte, der Menschheit, und wohl einer der größten Tage Gottes.

Meine heutige Rede möchte ich in zwei Abschnitte teilen. Zunächst spreche ich zu euch und allen anderen im Allgemeinen über das Thema der Unterstützung des Widerstandes und der Unterstützungsorganisation. Im zweiten Teil werde ich eine interne Ansprache an euch halten. Diese wird nicht im Fernsehen übertragen, da wir Interna über unsere Arbeit besprechen, die die Menschen im Allgemeinen nicht interessieren dürfte.

Im ersten Abschnitt möchte ich einleitend über die Unterstützung des Widerstandes sprechen sowie über bestimmte Beschlüsse usw. Hiernach werde ich kurz die aktuellen Geschehnisse in der Region analysieren, zumal diese uns auch im Libanon betreffen. Zum Schluss möchte ich noch kurz über die anstehenden Kommunalwahlen im Libanon (dieser Teil wurde nicht übersetzt, da er sich nur auf den Libanon bezieht) sprechen.

Zunächst Dank an alle Geschwister in der Organisation für ihre Bemühungen und ihre kontinuierliche Arbeit. Das Besondere ist, dass bei dieser Arbeit Generationen miteinander verbunden werden – so wie beim Widerstand selbst. Alle, auch Ältere, Jung wie Alt, arbeiten hier zusammen, Tag und Nacht. Spezieller Dank geht an die Direktoren und Verantwortlichen, insbesondere an Hadsch Hussein Schami. Dank geht auch an alle Spender. Die Unterstützungsorganisation hat die Aufgabe, diese Spenden aufzunehmen und zu verwenden bzw. zu verteilen. Aber die anderen geben und spenden. Über Jahrzehnte, Geld und Sachspenden, aber auch mediale, politische, gesellschaftliche – jede Unterstützung, auch das Bittgebet für uns. Eure Hilfe ist eine Ehre für uns. Und wir werden der Widerstand bleiben, über den ihr gut denkt, und wir werden euch immer verteidigen. Und wir werden stets siegreich sein. Möge Allah von euch allen eure Spenden und eure Unterstützung annehmen. Ihr seid Teilhaber an jedem Erfolg dieses Widerstandes, weil ihr mit Geld, Standpunkten, Fürsorge und Rückhalt dabei seid.

Zur aktuellen politischen Situation möchte ich mit der Lage in Gaza beginnen. Dort finden gerade wieder vermehrt zionistische Luftangriffe und Grenzüberschreitungen der Israelis statt. Zivilisten werden wieder getötet. Das wird verurteilt und muss von allen verurteilt werden. Leider gab es bereits einen großen Krieg gegen Gaza, aber die anderen schliefen. Das darf nicht passieren. Die Israelis müssen hieran gehindert werden.

Der Widerstand ist immer eine Zielscheibe. Solange es Zionismus usw. gibt und solange es Lebende in dieser Umma gibt, die Besatzung ablehnen, Hegemonie ablehnen, werden diese immer angegriffen. Das war auch mit Hisbullah so, seit 1982. Es ist dieselbe Schlacht. Heute und seit einigen Jahren – alle Angriffe gegen den Widerstand, vor allem militärisch oder geheimdienstlich, Ermordung von Anführern, Scheich Raghib Harb, Hadsch Imad und andere, in Palästina, oder Kriege gegen Libanon oder Palästina: Jedes Mal wurde der Widerstand stärker und präsenter. Diese Mittel brachten also nichts, aber das hörte nicht auf. Aber nun wollen die Feinde an unsere Stärken heran – sie fragen sich, was sind diese Stärken? Wie können sie, also wir, solche Angriffe aushalten? Es gibt bestimmte Stärken. Bezüglich Hisbullah: Die Israelis haben nach dem Juli-Krieg alles analysiert. Sie kamen zu bestimmten Ergebnissen: „Wir müssen den Rückhalt des Widerstandes zerstören.“ Wer ist dieser Rückhalt in der Achse des Widerstandes? Das ist Syrien. Seit 2006 begannen sie mit den Vorbereitungen, um Syrien anzugreifen. Es ist auch ein Rückhalt für den Widerstand in Palästina. Militärische Lager, Führungszentren, Trainingslager, logistische Unterstützung. Syrien war eine sehr große Basis zur Unterstützung des Widerstandes in Palästina.

Sie fanden aber auch heraus, dass der wichtigste Rückhalt in der Bevölkerung liegt. In den Menschen, die daran festhalten, die ihre Söhne opfern, die ihre Märtyrer beisetzen, die geduldig sind bei ihren Verwundeten, bei ihren zerstörten Häusern, bei Flucht. Diese beten immer für den Widerstand, sie sprechen nie schlecht über diesen. Das sind die ehrenvollsten Menschen. Diese sind der wichtigste Pfeiler im Widerstand, noch vor dem Geld, vor den Waffen, vor dem Militär. Diese sind eine notwendige Bedingung der Existenz und des Verbleibs des Widerstandes. Die Israelis und USA haben das erkannt. „Dieses Umfeld müssen wir angreifen. Wir müssen deren Weitsicht angreifen, deren Überzeugung, deren Glauben, deren Willen, Entschlossenheit sodass sie vom Widerstand ablassen und sodass die Kämpfer isoliert sind und durcheinandergeraten und mehr und mehr angreifbar sind.“

Daran arbeiten sie bereits seit Langem, nur tun sie jetzt noch intensiver. Jetzt ist es noch heftiger. Unter den Arabern hatten sie zunächst heimliche und indirekte Unterstützer, jetzt sind diese offenkundig und unterstützen direkt. Hier fallen nach und nach mehr Überzeugungen, und das Bild wird nach und nach deutlicher für die Menschen.

Was ist deren Aufgabe? Das Umfeld des Widerstandes analysieren und angreifen. Das Bewusstsein, das Vertrauen, der Ruf des Widerstandes. Sie glauben wirklich, dass wenn sie sagen, Hisbullah sei eine Terrororganisation, die Anhänger des Widerstandes das glauben. Das ist wirklich dumm, aber dennoch verbreiten sie so etwas. Leider gibt es Menschen in der Welt, die das vielleicht glauben, je mehr es verbreitet wird. Wenn „Terror“ nicht funktioniert – wobei sie selbst alle Terroristen, Verbrecher, Mörder und Terror-Regime und verbrecherische Regime vereinen – dann verbreiten sie Verleumdungen wie „Verbrecher“, „Drogenhändler“, „Geldwäscher“ usw.

Das ist alles gelogen und erfunden, um die Nähe der Menschen zum Widerstand zu zerstören, um die Menschen vom Widerstand fernzuhalten. Wenn es sich zum Beispiel um „Verbrecher“ oder „Terroristen“ handelt, dann ist jede Geldspende eine Unterstützung dieses „Terrors“ oder dieser „Verbrechen“. Dann ist das Terror-Finanzierung und muss strafrechtlich verfolgt werden. Schwache Länder knicken ein und erlassen solche Gesetze. Das ist alles Absicht, damit sich niemand mehr traut zu spenden. Der Widerstand wird schwächer, wenn die Leute davon Abstand nehmen – so deren These.

Hieran arbeiten sie zur Zeit. Es ist eine große Medienkampagne. Heute tragen die Saudis diese Flagge. USA und Israel haben das schon immer versucht, jetzt haben die Saudis die Führung. Seit wann hat die Arabische Liga eine Terror-Liste? Der Golfrat? Die Konferenz der Organisation der Islamischen Länder? Wobei sie es dort noch nicht geschafft haben Hisbullah komplett als terroristisch einzustufen, sie konnten lediglich einige Handlungen von Hisbullah als terroristisch einstufen und verurteilen, aber selbst dies erreichten sie nicht mit Einstimmigkeit. Sie wollen auch in den UN-Sicherheitsrat, die Saudis wollen bis zum Letzten gehen. Viele dieser Länder – das wissen wir aus Kontakten, Berichten usw. – sind davon nicht überzeugt, sie haben aber eigene Interessen, es sind einige schwache Länder. Ich versuche das nicht zu rechtfertigen oder zu entschuldigen – unter dem Druck der Saudis, der USA – schaut mal, wie das läuft: Einige kuwaitische Journalisten schrieben über einen dortigen Politiker, der etwas sagte, das den Saudis nicht passte, sofort drohten die Saudis Kuwait mit der Einstellung von Hilfsleistungen, von diplomatischen Beziehungen usw. Wir verstehen einige dieser Länder, auch wenn wir uns wünschen würden, dass sie stärker wären, zumal es nicht um uns geht, sondern um die Umma und um ihre Heiligtümer.

Was uns angeht, so haben wir dies erwartet. Wer unseren Weg geht, der muss damit rechnen. Das gehört zu dieser Schlacht dazu. Zunächst kämpfen offenkundige Feinde gegen dich und später kommen auch die heimlichen Feinde aus dem Hintergrund dazu. Das ist nicht neu für uns. Wir hatten immer schwere Zeiten, sogar zuvor noch schwerere als diese. Aber heute befinden wir uns in jeder Hinsicht in den besten Zeiten, trotz dieses Druckes, und jetzt werden wir das erst recht überstehen. Vor einigen Tagen war das Gedenken an den Krieg 1996, 1993, das Massaker von Kanaan, der Israelis gegen uns. Damals waren die USA, Russland, China alle gegen uns, seitdem waren wir bereits Terroristen, außer Syrien und Iran war die gesamte Welt gegen uns, und das haben wir überstanden. Daran sind wir gewöhnt. Zu unserer Kultur und zu unserem Verständnis gehört es, dass wir das zu unserer Aufopferung zählen. Jeden Tag opfern unsere Anhänger ihre Söhne, wir haben Märtyrer und Verwundete, dann ist dieser materielle oder mediale Druck für uns umso leichter. Wir sind auf diese Herausforderung vorbereitet, wir müssen standhaft und entschlossen sein und wir müssen der absoluten Überzeugung sein, dass wir das schaffen, dann werden das überstehen.

Hier kommt auch die Wichtigkeit der Unterstützungsorganisation ins Spiel. Sie müssen den Menschen die Wahrheit erklären. Das haben wir immer gesagt, und das können wir hier auch noch mal öffentlich sagen, damit die Menschen verstehen, wie wir denken und wie wir arbeiten: Für uns rührt das Geld der Menschen von deren Absichten her, und nicht vom Umfang. Zum Beispiel die Familie des Märtyrers spendet Geld, denen wir sagen, dass sie nicht zu spenden brauchen, da sie bereits einen Märtyrer haben, sie antworten uns, dass im Qur’an steht: „Und bemüht euch mit eurem Vermögen und euren Leben“, also nicht nur mit eurem Leben. Die Verwundeten, die spenden, die Älteren, die Teile ihres Ersparten spenden, der Schüler, der Teile seines Taschengeldes spendet usw., das ist materiell alles nicht viel, aber das ist für uns mehr wert als Millionen von Dollar, das ist die wahre Unterstützung für uns. Denn das ist für Allah. Und der Widerstand ist komplett für Allah, und es war immer für Allah, und Allah wird es siegreich lassen, nicht die Waffen oder der Umfang an Kämpfern und Geldern. Und alles, was für Allah ist, das wird wachsen. Diese bescheidenen Beträge sind sehr, sehr wichtig für uns.

Wenn die Unterstützungsorganisation diesen Herausforderungen gegenübersteht, dann sind es diese bescheidenen Beträge, die einen entscheidenden Wert haben. Wir wollen von niemandem in der Welt Geld oder Sachen oder Ähnliches. Aber was die Menschen betrifft, die uns unterstützen: Wir sind überzeugt von ihrem Glauben und ihrer Weitsicht, denn wir kennen sie, wir haben mit ihnen die schwersten und gefährlichsten Zeiten überstanden und wir werden alles zusammen überstehen. Das Bewusstsein, die Überzeugung wird gestärkt, wenn alle sich gegen uns versammeln. Dann erkennen wir noch mehr, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Sogar die Länder, die uns unterstützen, werden Ärger bekommen. Kaum waren die Atom-Verhandlungen zwischen dem Iran und dem Westen abgeschlossen, da kamen schon neue Forderungen: Iran müsse seine Position gegenüber Israel überdenken, Iran müsse die Unterstützung bestimmter Widerstandsorganisationen einstellen, was Unterstützung von Terrororganisation sei, Iran müsse sein Raketenprogramm einstellen.

Ich sage euch: Die Islamische Republik Iran, von den Worten des Führer-Imams Sayyid Ali Chamenei (möge sein Schatten noch lange über uns weilen) ausgehend, und auch von den Worten anderer Offizieller, und bei allen internen Unterschieden: Beim Widerstand werden sie nicht einknicken, jede Unterstützung wird bestehen bleiben, seien es Geld, Sachen usw., egal wie stark der Druck oder die Bedrohungen sind. Öffentliche Aussagen und interne Aussagen bestätigen uns dieses immer wieder. Wir danken dem Imam für seine Worte. Er versteht diesen weichen Krieg (soft war), und die Gefahren, Herausforderungen und den psychischen Druck, der damit verbunden ist, er ist unser gnädiger Vater, unser großer und weiser Anführer. Und er steht stets auch öffentlich an der Seite dieses Widerstandes, dem er vertraut, den er respektiert und auf den er auch hofft. Und deswegen sagen wir auch ihm heute: O unser Sayyid, unser Imam, unser Führer, sei stets unbesorgt, was diese da sagen, was die da machen, und was die alles glauben und sich wünschen, das ist nichts als eine niedere Halluzination, „die ein durstiger als Wasser ansieht, und sobald er dort angelangt, es als nichts vorfindet, aber Allah fand ihn vor und zog ihn zur Rechenschaft heran, und er fand die Partei Gottes vor“ (aus dem Qur’an). Er wird auf jeden Fall die Partei Gottes (Hisbullah) vorfinden. Diese da werden verlieren, sie werden zum Schweigen gebracht und sie werden diese neue Schlacht verlieren.

Allen weiteren Ländern und Regierungen, die uns unterstützten, möchte ich speziellen Dank ausdrücken: Außenminister Dr. Ibrahim Dscha’fari (Irak), Präsident Al-Sebsi (Tunesien), vor allem Tunesien ist immer stark, auch die tunesische Bevölkerung, Algerien auch, vielen Dank. Indonesien, vielen Dank. Vielen Dank an alle Unterstützer.

Kurz zur aktuellen Lage in der Region, aufgrund des Zeitmangels nur oberflächlich: Es geht mir speziell um eine Sache, weil daraus Lehren für die nächsten sechs, sieben Monate gezogen werden können, sowohl politisch, als auch militärisch, als auch medial. Die Saudis haben hierbei eine zentrale Rolle, sogar eine Führungsrolle: Es ist eine enorme Steigerung der Kontakte zwischen den Saudis und den Israelis zu sehen. Früher waren es Zivilisten, Journalisten, die sich vielleicht mal die Hand gaben oder sich positiv übereinander äußerten. Bei Zivilisten sagte man, es seien nur Zivilisten, die bereits in Rente seien. Bei saudischen Journalisten sagte man, es sei Ausdruck der Pressefreiheit. Seit wann gibt es denn in Saudi-Arabien Presse- oder Meinungsfreiheit? Ein Gelehrter in der Region Al-Ahsaa hatte eine Meinung zu Hisbullah und forderte die Saudis auf, sich um die dortige Region zu kümmern – er ist jetzt im Gefängnis, und Gott weiß, was mit ihm dort geschieht.

Aber heute haben wir einen sehr wichtigen Amir (Prinzen) aus der Saud-Familie, der erst gestern ganz offen Zionisten getroffen hat. Es gibt offene Gespräche. Diese Kontakte werden öffentlicher. Bestimmte Überzeugungen sind gefallen. Es wird hier einiges vorbereitet. Diese zwei Inseln, die Ägypten an die Saudis abgetreten hat, diese beiden Inseln werden in Zukunft auch eine Rolle spielen bei den saudisch-israelischen Beziehungen. Über Gaza werden sie nicht sprechen.

Weiter sehen wir, wie alle Medien, die Politik, auf gesellschaftlicher Ebene und auch auf ideologischer Ebene, versuchen Feindschaft gegen Iran und die Achse des Widerstandes auszuweiten.

Und an der Front führen die Saudis ihre Kriege im Jemen und Syrien weiter. Vielleicht aufgrund der militärischen Lage oder aufgrund des internationalen Drucks. Was machen die Saudis also bei den Verhandlungen? Sie haben zwei parallele Linien. Sie wollen militärisch alles verschlimmern. In Syrien wollen sie jede Waffenruhe zerstören. Wer war das in Aleppo, der die Waffenruhe brach? Wer verübt die Angriffe dort? Nicht die Terroristen?! Mehr Geld, mehr Waffen, mehr politische Unterstützung. Die Saudis, insbesondere diese neue verrückte Regierung, machen alles schlimmer. Und politisch versuchen sie, jede Lösung zu verhindern. Sie missbrauchen die Verhandlungen. Wenn sie dieses nicht schaffen, dann kippen sie diese Verhandlungen. Wir sind jetzt im zweiten Jahr des Krieges gegen den Jemen. Sie haben hierfür volle internationale Unterstützung. Aber die dort sind Menschen standhaft. Die Saudis haben keines ihrer Ziele erreicht. Also waren sie zu Verhandlungen gezwungen. Sie gehen tatsächlich dort hin zu den Verhandlungen in Kuwait, und sagen zu den anderen Parteien, also zu den Ansarullah vor allem: Gebt eure schweren Waffen ab, leert die Städte, dann werden wir verhandeln. Das sind keine Verhandlungen, das sind Kapitulationsforderungen. So jemand denkt, dass er gewonnen habe. Die Ansarullah antworteten: „Wir werden uns nicht ergeben. Wir werden bis zum Letzten kämpfen.“ Und das haben sie bestätigt.

Auch in Genf agieren die Saudis so: Die Oppositionellen, die den Saudis nahestehen, verschieben, und verschieben und verschieben und am Ende fordern sie die ganze Macht? Könnt ihr denn Damaskus verteidigen gegen IS und Al-Nusra? Werdet ihr eine Armee behalten? Könnt ihr den Fall Syriens verhindert, die ihr in Hotels lebt, und überhaupt keinen Rückhalt in der syrischen Bevölkerung habt? Könnt ihr Syrien auch nur wenige Wochen halten, nach dem es bereits fünf Jahre standhaft war? Aber alles nur Dummheit, Kollaboration, Hass. Die Verhandlungen in Genf werden nichts erreichen. Wir wünschen uns das alle nicht, aber mit solchen Positionen, mit einem solchen Hass und einer solchen Abneigung kann man nicht reden. Diejenigen, die seit einem Jahr im Jemen kämpfen und seit fünf Jahren in Syrien, werden sich nicht ergeben. Sie werden ihre Nacken nicht IS, Nusra, Al-Qaida und anderen takfiristischen Gruppen, die von den Saudis unterstützt werden, zur freien Verfügung stellen.

Die Zukunft, sollten die Menschen sich ergeben, gehört IS und Nusra u.a. – die Zukunft, die von Saudis unterstützt wird. Aus unserer Sicht sieht es insgesamt schlecht aus, leider. Niemand soll sich zu sehr Hoffnungen machen, oder getäuscht werden, damit niemand müde oder schläfrig wird. Es gibt schwere Monate von nun an, denn die Saudis tun alles, militärisch, medial, finanziell, auch im Irak und im Libanon – bis zu den US-Wahlen. Vielleicht kommt nach ihrer Auffassung dann eine Regierung an die Macht, die das alles mitmacht. Die Saudis glauben wirklich, dass die USA bei ihnen angestellt wären. Aber die USA arbeiten nicht für Saudis, sondern umgekehrt. Die Saudis versuchen dies stets umzukehren, aber die USA verfolgen in der Region immer nur ihre eigenen Interessen. Es geht den Saudis vor allem um Zeitgewinn.

Wir müssen in der gesamten Region vorsichtig sein, intensiver kämpfen und präsenter an der Front sein. Syrien, Jemen usw. Ich hoffe, dass dies eine falsche Analyse ist und die Verhandlungen etwas bringen, aber im Moment sieht es anders aus. Mehr Standhaftigkeit. Dieser Plan ist derselbe Plan seit 1982, 1985, 2000, 2006, Gaza Kriege, Jemen, Bahrain, Iran – das ist ein Plan und er hat immer Niederlagen wegstecken müssen. Und das können wir ihm auch zukünftig antun.


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